Grünes Licht für Ferienclub-Anlage

Grainau - Die Regierung von Oberbayern beurteilt das Vorhaben im Raumordnungsverfahren "grundsätzlich positiv". Derzeit wartet die Gemeinde Grainau weitere Schritte des Interessenten ab.

Eine entscheidende Hürde zum Bau einer Ferienclub-Anlage im Grainauer Ortsteil Schmölz ist genommen: Die Regierung von Oberbayern beurteilt das Vorhaben, eine Vier-Sterne-Anlage mit circa 330 Betten und etwa 165 Zimmern sowie 40 Appartements für das Personal zu errichten, im Raumordnungsverfahren grundsätzlich positiv. „Insbesondere wird aber gefordert, alles so zu gestalten, dass der Eingriff in Natur und Landschaft so gering wie möglich gehalten wird“, erklärt Heinrich Schuster, Sprecher der Regierung.

Dazu sollten die Baukörper so weit wie möglich aus den bewaldeten Teilen des Plangebietes herausgerückt werden. Auch auf die vorhandenen Biotope müsse Rücksicht genommen werden, heißt es in Schusters Stellungnahme. Höhe, Anordnung und Gestaltung der Baukörper sind so umzuplanen, dass die Auswirkungen auf Orts- und Landschaftsbild und die charakteristische Siedlungsstruktur so gering wie möglich gehalten werden. „Um alle notwendigen Gesichtspunkte an diesem sensiblen Standort möglichst optimal aufeinander abzustimmen, wird ein Architektenwettbewerb für erforderlich gehalten“, verdeutlicht Schuster das Ansinnen seiner Behörde. Die vorgesehene Verkehrserschließung stelle einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Landschaft dar, weshalb hier andere Möglichkeiten zu prüfen seien.

Kommentieren will Andreas Hildebrandt (CSU), Bürgermeister von Grainau, das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens nicht. Die Auflagen, die insbesondere Umweltschutz-Fragen betreffen, würden von der Verwaltung noch einmal unter die Lupe genommen. Neben der Zufahrtsregelung werde im Raumordnungsverfahren auch ein Lärmschutz- sowie ein Wildbachgutachten gefordert.

„Jetzt ist der Vorhabensträger am Zug“, unterstreicht Hildebrandt, dem momentan keine aktuellen Signale vom potenziellen Betreiber – im Gespräch war der Club Aldiana – und vom Projektentwickler vorliegen. „Inwieweit die allgemeine wirtschaftliche Situation oder der Rückgang im internationalen Tourismus Einfluss auf die Planung haben, weiß ich nicht.“ Nachdem der Gemeinderat allerdings Anfang 2009 beschlossen hatte, in der Schmölz ein Sondergebiet Tourismus auszuweisen und einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zuzulassen, seien nun Betreiber und Investor am Zug. „Sie müssen jetzt den Bebauungsplan beantragen“, sagt der Bürgermeister.

Die Regierung von Oberbayern hatte im August 2009 das Raumordnungsverfahren eingeleitet und die Stellungnahmen von 28 Behörden, Institutionen und Kommunen eingeholt und geprüft. Sie beurteilt das Projekt aus landesplanerischer Sicht positiv, sofern es bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Unter anderem müssten Höhe, Anordnung und Gestaltung der Baukörper in Absprache mit dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen so geplant werden, dass die Auswirkungen auf Orts- und Landschaftsbild und die charakteristische, kleinteilige Siedlungsstruktur so gering wie möglich gehalten würden, erklärt Regierungs-Sprecher Schuster. Auch die Versiegelung und der Verbrauch von Flächen seien so gering wie möglich zu halten. (tab)

Auch interessant

Kommentare