Land unter: Häuser in den Murnauer Loisachauen, das überflutete Moos sowie die B2 aus der Luft. Foto: ADAC-Luftrettung

Häuser vor Flut-Katastrophe bewahrt

Landkreis - Dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist eine Hochwasserkatastrophe erspart geblieben. Ein Großaufgebot von rund 150 Feuerwehr-Rettern hat mit einem Kraftakt verhindert, dass Häuser in den Murnauer Loisachauen überschwemmt wurden.

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Der Einsatz war riesig: Mit rund 8000 Sandsäcken, die zum Teil aus Peißenberg und Garmisch-Partenkirchen herbeitransportiert wurden, haben Mitglieder von sechs Feuerwehren am Donnerstag die Murnauer Loisachauen gesichert. Wieder drohte die Loisach in diesem sensiblen Bereich, in dem mehrere Wohnhäuser stehen, über die Ufer zu treten. „Die Situation war zunächst kritisch“, erklärt Kreisbrandinspektor Georg Wagner. Rund 150 Feuerwehrleute aus Murnau, Hechendorf, Weindorf, Ohlstadt, Riegsee und Spatzenhausen waren teilweise bereits nachts ausgerückt. Sie halfen bis zum Mittag mit, den relativ frisch aufgeschütteten Damm, den die tagelangen Regenfälle hatten aufweichen lassen, mit Sandsäcken zu stützen und um 20 bis 40 Zentimeter zu erhöhen. „Diese wurden an den meisten Stellen ausgereizt“, sagt Wagner. Rund 400 Meter Ufer - von den Häusern bis hinter die Weichser Brücke - sicherten die Retter. Die Bewohner wurden nicht evakuiert, hatten aber Autos auf ungefährdetes Terrain gebracht. Gegen Mittag zeichnete sich eine Entspannung ab, dennoch wurde der Damm weiter kontrolliert.

Hochwasser im Kreis Garmisch-Partenkirchen

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Im Auge behielten die Einsatzkräfte zudem die Situation an der Ohlstädter Bartlmämühle. In Eschenlohe zahlte sich das millionenschwere Hochwasserschutzprojekt aus: „Hätten wir jetzt noch die alte Verbauung, wäre angesichts der enormen Wassermengen ziemlich sicher der Katastrophenfall eingetreten“, sagt Bürgermeister Anton Kölbl (CSU). Die Feuerwehr Eschenlohe war dennoch gefordert - in Sachen Hinterlandentwässerung; zudem brachte sie vorsorglich schützende Spundwände an der Heubergstraße an. Die Uffinger Wehr kümmerte sich nach Polizeiangaben etwa um einen vollgelaufenen Keller an der Achstraße. Die B2 wurde zwischen Murnau und Eschenlohe an mehreren Stellen überflutet, die Staatsstraße 2062 stand bei Murnau-Achrain unter Wasser. Beide Strecken blieben von Donnerstagnacht gegen 3 Uhr an gesperrt.

Auch für die Züge gab es gestern zwischen Oberau und Farchant kein Durchkommen mehr. Weil die Gleise überflutet waren, blieb die Strecke nach Auskunft eines Bahn-Sprechers von 8.45 bis 21 Uhr gesperrt. Als Ersatz verkehrten Busse zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen. Ohlstadt und Eschenlohe konnten wegen der Straßensperren allerdings nicht angefahren werden.

Hangrutsch am Gudiberg

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Der starke Regen verursachte aber nicht nur wegen des Hochwassers Probleme. Am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen kam es zu einem gewaltigen Erdrutsch. Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) gab jedoch Entwarnung: „Das sieht schlimmer aus, als es ist.“ (sj & sis)

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