Bleibt nicht viel Zeit, um sich vorzubereiten: Andreas Geuther (l.) und BRK-Kreisgeschäftsführer Arnd Hansen. Foto: Lenzen

Haiti: Werdenfelser fliegt ins Epizentrum

Oberau - Die Hilfsmaßnahmen möglichst effektiv zu organisieren stellt eine enorme logistische Herausforderung dar. Für diese wichtige Aufgabe stellt sich der Oberauer Andreas Geuther zur Verfügung.

Rund zwei Wochen sind seit dem verheerenden Erdbeben in Haiti vergangen und nach wie vor herrscht dort unbeschreibliche Not. Das Internationale Rote Kreuz hat bereits zwanzig Einheiten in das Krisengebiet entsandt – mehr als beim Tsunami 2001. Die Hilfsmaßnahmen möglichst effektiv zu organisieren, stellt eine enorme logistische Herausforderung dar. Für diese wichtige Aufgabe stellt sich der ehrenamtliche Auslandsdelegierte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Andreas Geuther, zur Verfügung. Der Oberauer wird sich vor Ort ein Bild von der Lage machen und dafür sorgen, dass die Hilfe möglichst da ankommt, wo es nötig und sinnvoll ist.

Der Auftrag kam zwar nicht ganz unerwartet, jedoch sehr kurzfristig für Geuther, dem nur etwa 24 Stunden blieben, um alle Termine für die nächsten Wochen abzusagen und sich noch schnell den notwendigen Untersuchungen beim Münchner Institut für Tropenmedizin zu unterziehen. Eine Frachtmaschine wird ihn dann am heutigen Samstag zusammen mit zwei Kollegen und einer Ärztin sowie verschiedenen Hilfsmitteln wie Wasseraufbereitungsanlagen und Impfstoffen nach Haiti bringen. Ein Flug auf die zerstörte Karibikinsel ist momentan kein leichtes Unterfangen, denn die Landekapazitäten sind dort sehr beschränkt und ohne offizielle Landeerlaubnis hat es keinen Sinn, überhaupt zu starten.

Geuthers Einsatz wird ihn in den Nordosten des Landes führen, wo sich das Epizentrum des Bebens befand. Die Notunterkünfte und Feldhospitäler des Roten Kreuzes können in kürzester Zeit aufgebaut werden, wobei die verschiedenen Module weltweit miteinander kompatibel sind – „ein System, das man erfinden müsste, wenn es das nicht schon gäbe“, schwärmt Geuther. Der Gefahr möglicher Nachbeben sieht er erstaunlich gelassen entgegen: „Wir sind in Zelten untergebracht, da kann nicht viel passieren.“ Größere Sorge bereitet ihm hingegen, dass es angesichts der zerstörten Infrastruktur sehr schwierig werden könnte, mit seiner Familie Kontakt aufzunehmen.

Für BRK-Kreisgeschäftsführer Arnd Hansen ist der Bausachverständige ein absoluter Spezialist auf seinem Gebiet, der bereits bei Einsätzen in Russland, Sri Lanka und zuletzt beim Donauhochwasser in Rumänien wertvolle Arbeit geleistet hatte. Nicht nur Hansen hofft nun, dass Geuther gesund aus Haiti zurückkommt. (Alexandra Lenzen)

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