Zeichen setzen: Der Garmisch-Partenkirchner Mediziner Dr. Günter Steinebach (r.) und Arzthelferin Petra Lindauer befestigen einen Hinweis auf die Protesttage. foto: schoft
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Zeichen setzen: Der Garmisch-Partenkirchner Mediziner Dr. Günter Steinebach (r.) und Arzthelferin Petra Lindauer befestigen einen Hinweis auf die Protesttage. foto: schoft

Hausärzte protestieren: Sprechstunde nur für Notfälle

Murnau/Landkreis - Patienten müssen sich auf Einschränkungen einstellen: Hausärzte im Landkreis werden ihre Praxen am Donnerstag, 26., und Freitag, 27. August, nur für eine Notfallsprechstunde öffnen.

Es soll eine Warnung sein: „Ich bin kein Freund von Praxisschließungen“, sagt Dr. Andreas Spiegl, Allgemeinarzt in Murnau und für den Landkreis zuständiger Delegierter des Bayerischen Hausärzteverbandes. „Auf der anderen Seite muss man ein Ausrufezeichen setzen.“

Genau das plant Spiegl mit seinen Kollegen. Hausärzte im Landkreis Garmisch-Partenkirchen - insgesamt gibt es rund 70 - werden sich (überwiegend in leicht abgeschwächter Form) einer bayernweiten Protestaktion des Verbandes anschließen, die sich gegen Kürzungspläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) richtet. Am Donnerstag, 26., und Freitag, 27. August, ist das Gros der Praxen nur für eine Notfallsprechstunde geöffnet.

Patienten müssen sich auf Einschränkungen einstellen. „Es gibt keine regulären Termine; Überweisungen und Rezepte sollten schon vorher besorgt werden“, stellt Spiegl klar.

Viele seiner Kollegen weilen derzeit in Urlaub; von jenen, die arbeiten, „werden sich nach derzeitigen Informationen die allermeisten beteiligen“, sagt Spiegl. Er selbst plant an beiden Tagen Notfallsprechstunden von 9 bis 11 Uhr. Patienten rät Spiegl, im Falle einer akuten Erkrankung an den Protesttagen bei ihrem Arzt anzurufen. „Dieser wird zu einer bestimmten Zeit da sein oder an einen Kollegen verweisen.“

Flächendeckende komplette Praxisschließungen wie in anderen Regionen soll es im Landkreis nicht geben. Dennoch spricht Spiegl von einem „Vorgeschmack auf das, was kommen wird, wenn sich die hausärztliche Situation verschlechtert“.

Minister Rösler will die Sondervergütungen für Hausarztverträge kürzen. Das halten die Mediziner mitunter gar für existenzbedrohend. „Ohne sie könnte ich die derzeitige Qualität nicht halten“, betont etwa Spiegl. Beim hausarztzentrierten Modell gehe es nicht nur um mehr Geld, sondern um eine „andere Art der medizinischen Versorgung“.

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