Bei Ariadne vom Strauss-Virus gepackt

Herzblut und Elan fürs Richard-Strauss-Festival

Garmisch-Partenkirchen - Straussianer rühren in Dänemark, Japan und der Schweiz die Werbetrommel für Garmisch-Partenkirchen und sein Richard-Strauss-Festival. Jetzt überlegt der Förderkreis, wie er Promis interessieren kann.

Der österreichische Schauspieler Tobias Moretti, Begleiter seiner musizierenden Frau, saß am Samstag im Publikum und plauderte mit der Strauss-Familie, leider von der Öffentlichkeit unbemerkt. Besucher dieser Sorte könnten das Festival noch populärer machen, daran will der Förderverein arbeiten. 1989, anlässlich der ersten Strauss-Tage, ist er entstanden. Heute zählt er knapp 190 Mitglieder, 60 Prozent davon sind im Landkreis Garmisch-Partenkirchen daheim. Der Förderkreis, der heuer 20 000 Euro zum Opern-Abend beisteuert, ist auch international für Strauss-Anhänger attraktiv. Viele Mitglieder nehmen lange Anreisen in Kauf, um die Musikwoche unter der Alpspitze zu genießen. Nach den Konzerten setzen sie sich zusammen, freunden sich miteinander an und überlegen, wie sie den Ruf Garmisch-Partenkirchens als Strauss’ Wahlheimat und Festspielort noch weiter verbreiten können.

Da sind zum Beispiel zwei Berner, die jedes Jahr mit einer sehr aktiven Gruppe aus Genf kommen. „Wir müssen in der Schweiz unbedingt noch mehr Werbung machen“, sagt Pierre-Yves Perrin. Vom Strauss-Virus wurde der 44-Jährige vor vielen Jahren in London infiziert, als Jesse Norman die Ariadne sang. Der Klassikfan pendelt zwischen Opernhäusern und Festivals von Zürich, Luzern und Genf bis Montreux. Von Garmisch-Partenkirchen ist er viel mehr angetan als vom stets ausverkauften Festival in Verbier. „Wir fühlen uns hier so freundlich aufgenommen, von der Förderkreis-Familie bis zum Hotel, wie wir es von dort nicht kennen. Und die Musik ist in Verbier nicht besser. Besser ist aber das Preis-Leistungs-Verhältnis hier.“

Solche Mitglieder braucht die Vorsitzende Regina Geißer. Menschen, die sich mit Herzblut, Elan und ihrer Begabung einbringen. Wie die Genferin, die bei jedem Konzert am Vereins-Stand mit Charme und Überzeugungskraft für das Festival wirbt. Oder den Unterstützer, der seine Kontakte zum Norddeutschen Rundfunk nutzen will. Oder die Mitglieder, die überall Flyer verteilen und Nachbarn ansprechen.

Geißer hat heuer ein langgestecktes Ziel erreicht: den Staatsempfang. Als Kulturbeauftragte der Hypo-Vereinsbank ist sie alljährlich beim Mozartfest in Würzburg beim Empfang der bayerischen Staatsregierung dabei und hat sich nachdrücklich um ein solch gesellschaftliches Ereignis in Garmisch-Partenkirchen bemüht, hat Strauss doch 40 Jahre lang hier komponiert. Das würdigte jetzt auch der Ministerpräsident.

Eva Stöckerl

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