Hornsteiners prominenter Wahlkämpfer: Ex-CSU-Generalsekretär Söder in Mittenwald

Mittenwald - Die CSU bleibt ihrer Strategie treu: Stehen Wahlen an, marschieren die Schwarzen mit geballter Politprominenz auf. Am Montag hieß in Mittenwald der Stargast Markus Söder.

Hören Sozialdemokraten oder Grüne seinen Namen, packt viele die Angriffslust. Markus Söder, ehemaliger Chef-Einpeitscher der CSU, ist eben eine Reizfigur. Allzu oft ist der streitbare Franke gerade als Generalsekretär (2003 bis 2007) mit seinem Hang zur Polemik und Überspitzung beim politischen Gegner angeeckt.

Der wortgewaltige 41-Jährige, der in Becksteins Kabinett nun für Bundesangelegenheiten und Europafragen zuständig ist, blieb auch bei der Mittenwalder CSU seinem Politikstil treu. Selbst eine Grippe konnte Söders Angriffslust nicht stoppen. Selbstredend schoss er im vollbesetzten Saal der ECS-Arena auch Pfeile Richtung Gysi und Co ab. "Man kann nur mit Politikern regieren, die sich zu Deutschland bekennen. Die neue Linke das sind doch nur die alten Genossen."

Bei der Jugendkriminalität stellte er fest: "Sicherheit ist die Grundlage des Staates. Da ist Prävention und Bildung gefragt. Wer sich dieser entzieht, muss die Härte des Staates spüren."

Eine Absage erteilte der Konservative auch politischen Experimenten. "Wenn Claudia Roth (Anm. d. Red.: Chefin der Grünen) sagt, dass Multikulti richtig sei, dann ist eine schwarz-grüne Politik in weiter Ferne." Stattdessen setzt Söder auf die christlich-abendländische Prägung Europas. "Integration und Migration ist wichtig, aber die Zuwanderer müssen sich nach uns richten". Einen EU-Beitritt der Türkei lehnt er ab.

Und natürlich durfte bei einer weißblauen Rede das Bekenntnis zum Heimatland nicht fehlen: "Bayern ist ein Lebensgefühl. Der Kompass bei Technologie, Tradition, Fortschritt und Glauben stimmt." Söder versprach, sich als "bayerischer Außenminister in Berlin und Brüssel nachhaltig für seine Parteifreunde in Oberbayern einzusetzen".

Nachdem Landrat Harald Kühn über seine Lieblingsthemen Tourismus, Landwirtschaft, Gewerbe, Gesundheit, Verkehr und Schule referiert hatte, trat der schwarze Hoffnungsträger Adi Hornsteiner ans Rednerpult. In Anlehung an die Persiflage, die er beim Tuko-Ball am Wochenende über sich ergehen lassen musste, witzelte der "Mous'n-Adi" alias "Kleiner Mousli": "Da kann ich ja an meinen Aufgaben wachsen." Als künftiger Bürgermeister übte er schon mal den Schulterschluss mit den anderen Fraktionen. Hornsteiner will getreu dem CSU-Motto "Näher am Menschen" den gerade vor Wahlen vielbeschworenen politischen Dialog. ."Miteinander kommen wir so auf die richtige Schiene." Seine Parteifreunde quittierten Hornsteiners Visionen artig mit Applaus.

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