Hotel: Defizite im Luxus-Segment

Garmisch-Partenkirchen - Aktuelle Studie vergleicht vier bayerische Tourismus-Orte und deckt Mängel auf. Ziel ist es, dem Investitionsstau auf die Spur zu kommen.

Vier Tourismus-Orte im Freistaat ­ Bad Hindelang, Bischofsgrün, Garmisch-Partenkirchen und Zwiesel ­hat die DWIF Consulting Gmbh im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums unter die Lupe genommen, um dem Investitionsstau im Gastgewerbe und seinen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeirt auf die Spur zu kommen. Keine der Kommunen schnitt bei diesem Vegleich, bei dem etwa die Service-Qualität, die Ausstattung der Häuser ­ in der Marktgemeinde wurden 19 untersucht ­ , aber auch das Ortsbild unter die Lupe genommen wurden, besonders gut ab: "Alle vier Modellorte haben in den letzten 15 Jahren, bezogen auf den gewerblichen Beherbergungssektor erheblich an Nachfrage eingebüßt", heißt es in der Studie.

Positiv für Garmisch-Partenkirchen seien zwar die Investitionen ins Skigebiet und der Neubau der Sprungschanze, das Fehlen eines neuen Vier- oder Fünf-Sterne Hotels ­ die letzte Ansiedlung eines neuen Betriebs liegt der 118-Seiten-Papier zufolge 25 Jahre zurück ­ werten die Experten hingegen als erhebliches Manko: "Diese müssten als ,Flagschiffe oder Leuchttürme' stärkere Zugkraft gegenüber neu anzusprechenden Zielgruppen entfalten."

Diese Einschätzung teilt auch Peter Nagel: "Ein neuesStudie decktHotel im Vier- bis Fünf-Sterne-Bereich wäre keine Konkurrenz für die bestehenden Betriebe", ist der Tourismus-Direktor überzeugt. Allerdings wertet er es als "Signal nach außen und ein Wachrütteln der Leute im Ort". Der Gast sehe in einem Neubau, hier passiert etwas ­ "dass das eine Zugkraft hat, sehen wir an der neuen Hausbergbahn".

Ähnlich beurteilt Jutta Gries, Kreisvorsitzende und zudem Vize-Präsidentin des Beayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, den Nutzen eines Top-Beteriebes. Allerdings ist ihr auch klar, dass ein ständiges "Face-Lifting" nicht vergessen werden darf: "Man kann sich auf nichts ausruhen." Vielen Kollegen fehle jedoch "die Luft zum Atmen", weiß sie. Nach wie vor seien die Weichen vom Staat falsch gestellt "und machen die Branche nach wie vor kaputt". Dem widerspricht freilich Dr. Regina Otto, Sprecherin am Wirtschaftsministerium und verweist auf das 300-Millionen-Euro-Programm, das ihr Haus aufgelegt hat, um die Qualität im Tourismus zu fördern. Allerdings, schränkt sie ein, "kann staatliche Unterstützunmg nur Hilfe zur Selbsthilfe sein".

Auch interessant

Kommentare