Auf Visite Dr. Holm Schlemmer (l.) betreut nach wie vor gemeinsam mit seinem Nachfolger Dr. Christian Fulghum (M.) Patienten. Gabriela Philipp ist die letzte, die Schlemmer an der Hüfte operierte. foto: Pawlovsky

Der „Hüftpapst“ gibt den Stab weiter

Garmisch-Partenkirchen - Dr. Holm Schlemmer, Chefarzt der Endogap Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen, geht nach 36 Jahren in den Ruhestand. Dr. Christian Fulghum tritt die Nachfolge an.

Garmisch-Partenkirchen - Er ist eine Institution am Klinikum Garmisch-Partenkirchen und weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt, nun verabschiedet sich der „Hüftpapst“ in den Ruhestand: Dr. Holm Schlemmer, Chefarzt der Endogap Klinik für Gelenkersatz. „Mit meinen sechsundreißigeinhalb Jahren am Klinikum bin ich der Rekordhalter aller Zeiten“, sagt Schlemmer schmunzelnd.

Der 66-Jährige, der in Rottach-Egern aufgewachsen ist und in München und Hamburg studiert hat, kam 1974 ans Klinikum als Assistenzarzt in die chirurgische Abteilung zu Professor Fritz Lechner. 1979 wurde er Oberarzt, 1984 Leitender Oberarzt und 1991 Chefarzt der Allgemeinchirurgie. Nach dem Ausscheiden von Lechner trat er 1992 dessen Nachfolge in der Endoprothetik an, die sich mit dem Einpflanzen von künstlichen Gelenken oder künstlichen Knochenersatz beschäftigt. 2005 gründete er dafür eine eigene Abteilung, die Endogap, und gab die Allgemeinchirurgie ab.

„Es dürfte in Deutschland und darüber hinaus kaum einen Arzt geben, der mehr Prothesen eingesetzt hat, als Doktor Schlemmer“, sagt Wolfgang Türk, Geschäftsführer des Klinikums. Im Volksmund wird Schlemmer daher auch nur der „Hüftpapst“ genannt. „Er hat das Klinikum entscheidend geprägt“, betont Türk. Durch seinen exzellenten Ruf trug der Chefarzt zur wirtschaftlichen Basis des Klinikums maßgeblich bei.

„Es war eine schöne und bewegende Erfahrung, von der ich keinen Tag missen möchte“, unterstreicht Schlemmer. „Aber nun wird es Zeit, den Stab weiterzugeben.“ Er freut sich auf seinen Ruhestand, indem er sich seinen vielen Interessen wie Sport, Lesen und Reisen widmen möchte, „für die im Leben eines Chefarztes zu wenig Raum bleibt.“

Sein Amt übergibt Schlemmer nahtlos an seinen Oberarzt Dr. Christian Fulghum. Der 54-Jährige ist seit 1985 am Klinikum tätig. „Ich bin mit Endogap groß geworden“, sagt der gebürtige Amerikaner, der bereits in seinem ersten Lebensjahr ins Werdenfelser Land kam, lachend. Und er freut sich auf seine neue Aufgabe: „Es erfüllt mich mit Stolz.“ Das Hauptaugenmerk möchte Fulghum auf das Weiterführen der erfolgreichen Arbeit legen. Endogap zählt zu den Top drei Spezialkliniken auf diesem Gebiet in Deutschland, knapp 2500 Eingriffe im Jahr werden dort vorgenommen. „Wir waren schon immer innovativ“, erklärt Fulghum. Er setzt deshalb auch auf eine langsame Weiterentwicklung. „Nicht revolutionär, dafür sind unsere Erfolge zu groß.“

Sein Vorgänger bleibt dem Klinikum allerdings noch eine Zeit lang erhalten: Die von Schlemmer bis 30. Juni operierten Patienten betreut er weiterhin, und bis nächstes Frühjahr steht er dem Klinikum beratend zu Seite. Endogap hat Schlemmer in gute Händen übergeben.

julia pawlovsky

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