Hundekot für Kühe lebensgefährlich

Murnau/Riedhausen - Auf dem Hof von Familie Jais sind innerhalb kurzer Zeit drei Kälber tot zur Welt gekommen. Mögliche Ursache: eine Infektion mit dem "Hundeparasiten" durch Kot.

"Blacky" war der Exot in der Herde von Familie Jais - schwarz-weiß anstatt braun, der Liebling der beiden Kinder Clemens (4) und Stefan (2). Doch das Tier konnte sein Kalb nicht austragen. Bei Familie Jais gab es innerhalb von wenigen Wochen drei Vorfälle dieser Art. Für "Blacky" blieb nur der Gang zum Schlachter. Grund ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Krankheitserreger Neospora caninum, der so genannte "Hundeparasit", der bei Kühen meist zu Aborten führt. Dieser kann unter anderem durch Hundekot übertragen werden - eine Tatsache, die vielen Besitzern nicht bekannt ist, die ihre Vierbeiner achtlos über die Wiesen laufen lassen.

Fest steht, dass mindestens eines der drei Tiere, die auf dem Jais-Hof ihr Kalb zu früh zur Welt brachten, infiziert war. Das ergab eine Labor-Untersuchung, die der zuständige Tierarzt Dr. Reinhard Stampfer veranlasst hatte. "Diese Kuh ist wertlos für die Zucht", sagt Stampfer, da sie den Einzeller an die Kälber weitergebe.

Über den Parasiten Neospora caninum wird in der Wissenschaft viel diskutiert. So gibt es unterschiedliche Ansichten über den Infektionspfad und darüber, wie Kühe mit dem Erreger in Berührung kommen und welche Rolle Hunde dabei spielen. "Sicher ist, dass Hunde der Endwirt sind", erläutert Dr. Wolfgang Grötz, Leiter des Veterinäramtes Garmisch-Partenkirchen. Wenn also Tiere, die den Einzeller in sich tragen, ihren Kot auf beweideten Flächen hinterlassen und die Kühe diesen zu fressen bekommen, geht der Parasit auf das Vieh über. Dies bleibt dann lebenslänglich Träger des Erregers.

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