Mit Fahrrad-Demos versuchen die Oberauer seit 2001 auf die Notwendigkeit einer Ortsumfahrung hinzuweisen. Foto: ei

Die Ideallösung für Staufalle am Autobahnende

Oberau/Eschenlohe - Bundesstraße 2: Verkehrsministerium steigt in die Planung für den Auerbergtunnel mit einer Länge von 1,9 Kilometern ein.

Die langen Staus am Autobahnende bei Eschenlohe belasten Einheimische und Touristen gleichermaßen. Nun scheint ein Ende der endlosen Blechlawinen in Sicht zu sein. Das Bundesverkehrministerium arbeitet derzeit die Detailpläne für den Auerberg-Tunnel aus, der das vier Kilometer lange Nadelöhr zwischen der A 95 und der geplanten Oberauer Ortsumfahrung auflösen soll. In den kommenden Wochen stehen erste Probebohrungen an. „Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht“, freut sich Peter Imminger. Bereits Mitte November hatte Innenminister Joachim Herrmann gegenüber dem Oberauer Bürgermeister bei einem Treffen in München angedeutet, dass die Überlegungen für die beiden Röhren nach dem Vorbild des Farchanter Tunnels Gestalt annehmen.

Für Imminger ist die Variante, die Bundesstraße 2 kurz nach dem Autobahn-Ende vierspurig durch den Felsen laufen zu lassen, die ideale Lösung. „Das ist das Beste, was unserer Natur passieren kann.“ Auf diese Weise würden nämlich weder die angrenzenden Tier- und Pflanzenschutzgebiete noch die Loisach Schaden nehmen.

Doch nicht nur für die Umwelt sei die Trasse ein echter Gewinn. Ihr komme auch eine große überregionale Bedeutung zu. „Damit wäre das letzte Hindernis auf dem Weg von München nach Garmisch-Partenkirchen aus dem Weg geräumt.“ Für die Gemeinde selbst sei die geplante Ortsumfahrung aber weit wichtiger als der 1,9 Kilometer lange Auerbergtunnel.

Diese Einschätzung teilt Josef Bobinger voll und ganz. Dennoch hat der Sprecher der Bürgerinitiative „Verkehrsentlastung Oberau“ die Hoffnung, dass auch die Gemeinde von dem Vorhaben des Bundesverkehrsministeriums profitieren könnte. „Wenn der Auerbergtunnel geplant wird, kann die Ortsumfahrung nicht mehr weit sein.“ Bei einem Verkehrsaufkommen von bis zu 35 000 Pkw pro Tag in Spitzenzeiten sei die auch dringend nötig. „Das Dorf würde ruhiger werden und die Belastung für die Bürger und auch für die Autofahrer sinken.“

Mindestens 237 Millionen Euro würde den Bund diese Entlastung kosten – 137 Millionen Euro davon sind für den Bau der Oberauer Umfahrung eingeplant, der Rest würde in den Auerbergtunnel fließen, dessen Baubeginn nach Angaben der Autobahndirektion Südbayern in das Jahr 2015 fallen könnte. Sollte in Garmisch-Partenkirchen tatsächlich ein Teil der Olympischen Spiele 2018 ausgetragen werden, wäre die Trasse also rechtzeitig zu dem sportlichen Großereignis fertig.

Für Imminger kein Zufall. „Ich befürchte, dass der Auerberg-Tunnel nur kommt, wenn München zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee den Zuschlag für Olympia erhalten.“ Ansonsten, so vermutet das Gemeinde-Oberhaupt, sei der Druck auf die Politiker, mindestens 100 Millionen Euro für das Projekt locker zu machen, nicht groß genug.

(sis)

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