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Demonstrieren, wie’s gewesen sein könnte: Polizeihauptmeister Klaus Neuner (v.l.), Inspektionsleiter Joachim Loy und Polizeiobermeister Andreas Breitrück.

Junge Reifenstecher entlarvt: 26 Autos betroffen

Murnau - Die Murnauer können endlich aufatmen. Der Polizei ist es jetzt gelungen, die rätselhafte Reifenstecher-Serie aufzuklären, die sich um Weihnachten und Neujahr im Ort zugetragen hatte. Drei Jugendliche konnten der Tat überführt werden.

Nach intensiven Ermittlungen und Beobachtungen der szenekundigen Beamten und nach zwei Wohnungsdurchsuchungen wurden die Tatverdächtigen – zwei 16-Jährige aus Murnau und ein 15-Jähriger aus Hechendorf – am Dienstag von der Polizei festgenommen. Nach den insgesamt sechsstündigen Vernehmungen war das Trio laut Joachim Loy, Leiter der Murnauer Inspektion, schließlich auch geständig. Zwei von ihnen seien bereits vor dieser Tat polizeilich in Erscheinung getreten.

Die drei jungen Männer hätten schwerpunktmäßig am Wochenende, 27. und 28. Dezember, und dann wieder in der Silvesternacht an 26 Autos insgesamt 33 Reifen aufgestochen und die Fahrzeuge teilweise zusätzlich beschädigt, erläutert Loy weiter. Nicht nur Reifen wurden platt gemacht, „auch Spiegel und Beifahrertüren abgetreten, Scheinwerfer eingeschlagen, Spiegelglas zerbrochen und Lack zerkratzt“, schildert Sachbearbeiter Andreas Breitrück die Vorkommnisse. Die Jugendlichen hätten sich vor allem auf Wagen konzentriert, die zwischen der Weilheimer Straße und der Längenfeld-Siedlung abgestellt waren. Aber auch an der Seidlstraße und am Forsteranger-Parkplatz hätten sie ihr Unwesen getrieben. Dabei war nach Angaben der Polizei ein Sachschaden von 13 000 Euro entstanden.

„Hohe kriminelle Energie im Spiel“

Unmittelbar nach dem ersten Tatwochenende nahmen die Beamten ihre intensiven Ermittlungen auf. Diese hätten sich zunächst insofern als schwierig gestaltet, da kein nachvollziehbares Motiv zu erkennen war. „Da steckte eine hohe kriminelle Energie dahinter“, meinte Klaus Neuner, einer der ermittelnden Beamten. Bald aber kamen die Polizisten, nicht zuletzt dank Hinweisen aus der Bevölkerung, auf eine heiße Spur. „Dann haben wir die einzelnen Puzzleteile zusammengefügt“, ergänzt Harry Schleuder, der Jugendbeauftragte der Inspektion. Fündig geworden seien sie auch bei den Wohnungsdurchsuchungen, bei denen die beiden Messer, die mit aller Wahrscheinlichkeit verwendet worden waren, entdeckt werden konnten.

„Auf die jungen Leute, die sich jetzt vor Gericht zu verantworten haben, warten entweder Geldstrafen, Sozialstunden oder Jugendarrest“, so Loy. „Außerdem können sie von den Geschädigten in Regress genommen werden.“ Zur Zeit werde auch noch geprüft, ob zusätzlich zur Sachbeschädigung der Tatbestand „Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“ vorliegt. Schließlich seien einige der Geschädigten nach der Tat mit ihren Autos sogar noch losgefahren, so Neuner: „Das hätte zu schweren Unfällen führen können.“ Zum Motiv des Trios meinte die Polizei, dass die Jugendlichen „in angetrunkenem Zustand und aus Übermut“ so gehandelt hätten.

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