Kanker-Überleitung: Schutz vor der Flut

Garmisch-Partenkirchen - Auf der ersten Welle schaukelte ein kleines Floß mit den Fahnen von Bayern, Österreich, Deutschland und der Europäischen Union durch das festlich geschmückte Tor gen Partnach.

Auf die Leistungen des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim war Staatsminister Otmar Bernhard (CSU) bei der Einweihung des 1300 Meter langen, unterirdischen Kanals, der das Hochwasserrückhaltebecken hinter dem Klinik-Gelände mit der Partnach verbindet, besonders stolz: "Die Geschwindigkeit, mit der die Bauarbeiten zum Hochwasserschutz an Kanker und Partnach bewältigt wurden, ist eine wahre Meisterleistung." Trotz der beengten Platzverhältnisse gehe Bayerns größte Wildbachausbaumaßnahme in Riesenschritten voran, betonte der Umweltminister. "Mit diesem Überleitungsgerinne können im Extremfall bis zu 30 Kubikmeter Wasser in der Sekunde aus dem Hochwasserrückhaltebecken von der Kanker in die Partnach übergeleitet werden."

Damit seien bereits 18 Millionen Euro der zur Verfügung stehenden 25 Millionen Euro für die Hochwasserschutzmaßnahmen in Garmisch-Partenkirchen ausgegeben. Ein Drittel der Kosten trage die Marktgemeinde. "Schon jetzt können wir die Bewohner vor einem 80-jährlichen Hochwasser schützen", sagte Bernhard. Nach Abschluss aller Baumaßnahmen werde man die Einwohner auf einer 85 Hektar großen Fläche vor einem 100-jährigen Hochwasser schützen können. Christian Wanger, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim, richtete in seiner Ansprache das Wort an die Kritiker des Bauprojektes: "Oft hat man uns mit dem Stichwort ,Breitwasser statt Hochwasser' gesagt, es bräuchte den ganzen Aufwand nicht, wenn wir mit Renaturierungsmaßnahmen, wie der Wiederaufforstung am Wank , dem Hochwasser entgegenwirken." Doch damit sei es eben nicht getan, unterstrich Wanger, denn bei zwei Tagen Dauerregen, würde das Wasser ungebremst die Berghänge hinunter schießen und nur technische Maßnahmen, wie das ausgefeilte Schutzkonzept an Kanker und Partnach, könnten die betroffenen Einwohner zuverlässig vor einer neuen Katastrophe, wie die im Jahr 2005 schützen.

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