+
Auf den ersten Blick sind kaum Schäden zu erkennen an der Unfallgondel.

Karwendelbahn: Schaden geringer als befürchtet

Mittenwald – Für den Laien sieht die Kabine zwei der Mittenwalder Karwendelbahn am Tag danach so aus, als wäre nichts passiert. Die Spuren, die gleich eine ganze Reihe von Problemen am Sonntag hinterlassen hat, sind kaum sichtbar.

Doch der technische Defekt, der anschließende Ausfall der elektronischen Steuerung, die Schwierigkeiten beim manuellen Betrieb und schließlich die Kollision der Gondel mit der Bergstation haben dazu geführt, dass die Bahn nicht mehr fahrtüchtig ist. Am Montag wurde mit der Bestandsaufnahme begonnen – am Dienstag inspizieren die Sicherheitsexperten vom TÜV die Anlage.

„Wir werden dann besprechen, was alles gemacht werden muss“, sagt Technischer Vorstand Stefan Meider. „Die Schäden sind auf jeden Fall weitaus geringer als ursprünglich befürchtet.“

Das habe sich gezeigt, als die kaputte Gondel am Montag soweit repariert wurde, dass sie ins Tal gefahren werden konnte. Demnach gebe es, anders als zunächst vermutet, keine Schäden an der Kabine selbst. „Es hat mehr das Laufwerk getroffen.“

Nach Stand der Dinge war die Kabine während des manuellen Betriebs zu schnell unterwegs. Sie ist daraufhin laut Meider mit dem Puffer in der Bergstation kollidiert. Dadurch wurde das Gestänge beschädigt, genauso wie die Tragseilbremse. „Einzelteile sind abgebrochen.“

Während die genaue Schadensbilanz heute mit dem TÜV aufgestellt werden soll, tappen die Bergbahn-Betreiber noch im Dunkeln, was die Verkettung von Problemen ausgelöst hat. „Bei dem technischen Defekt stehen wir noch ganz am Anfang unserer Ermittlungen.“

Es zeichne sich Meider zufolge jedoch ab, dass die Karwendelbahn für längere Zeit still stehen wird. „Wir wollten sowieso übernächste Woche mit der Revision beginnen“, sagt der Kaufmännische Leiter Alois Fichtl. Deshalb werde nun darüber nachgedacht, die jährlichen Technik-Überprüfungen vorzuziehen. „Wir wissen es aber noch nicht“, sagte Fichtl.

Nicht das einzige Fragezeichen, das sich derzeit in seinen Unterlagen findet. So konnte Fichtl gestern noch nicht sagen, wie teuer ihn die spektakuläre Bergungsaktion der Fahrgäste kommen wird. Wie berichtet, wurden die 16 Erwachsenen und zwei Kinder, die sich in der Unfallgondel befanden und unverletzt blieben, per Hubschrauber vom Karwendel geflogen. Gleiches galt für die Besucher, die zur Zeit des Unglücks bereits auf dem Berg waren und für Wanderer, die mit der Kabinenfahrt ihre Tour abschließen wollten – insgesamt 31 Personen.

Aber nicht nur der Bereitschaftsdienst des Helikopterteams bis zum späten Nachmittag dürfte die Betreiber teuer zu stehen kommen. Auch den Ausfall werden sie wohl spüren: Schließlich herrschte am Sonntag ideales Wanderwetter. Wie viele Menschen an einem derart schönen Tag die Bahn nutzen, vermochte Fichtl nicht abzuschätzen. Dabei präsentierte er selbst kürzlich eine Top-Bilanz: Demnach transportierte die Karwendelbahn an Spitzentagen bis 1600 Menschen in zehn Stunden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mehr Kosten und Probleme beim Müll
Der Landkreis-Bürger wird beim Thema Müll mehr zur Kasse gebeten: Dann, wenn er ihn abgibt. Und dann, wenn er sparen will. Dabei läuft längst nicht alles rund. Die …
Mehr Kosten und Probleme beim Müll
Landratsamts-Mitarbeiter reisen nach  China - und erfüllen eine Mission
Ein schneller Sprung in eine andere Kultur und wieder zurück: Der liegt hinter Stephan Märte und Miriam Lott. Die beiden Landratsamts-Mitarbeiter reisten für sechs Tage …
Landratsamts-Mitarbeiter reisen nach  China - und erfüllen eine Mission
Leader: 186.000 Euro stehen noch bereit
Wer Ideen hat, sollte über einen Antrag nachdenken. Noch ist Geld aus dem EU-Fördertopf da.
Leader: 186.000 Euro stehen noch bereit

Kommentare