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Wie geht’s weiter: Bei der Lagebesprechung im Landratsamt wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Schulen bleiben noch geschlossen

Katastrophenfall besteht vorerst weiter - Warnung vor Dachlawinen

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Das Winterkarussell dreht sich weiter. Vor allem im Isartal kämpfen die Einsatzkräfte nach wie vor um Sicherheit. Andernorts herrscht aktuell Dachlawinen-Gefahr. Die rutschenden Massen sind einer THW-Gruppe bereits zum Verhängnis geworden.

 Landkreis – Erst starker Regen, dann wieder Schnee. Das Wetter ist auch am Montag nicht zur Ruhe gekommen. Die Einsatzkräfte auch nicht. Seit Freitagmorgen waren über 1900 von ihnen aktiv, räumten Straßen und Wege frei, schaufelten die weißen Massen von Dächern. Obwohl sich die Situation in den meisten Landkreis-Gemeinden mittlerweile etwas entspannt hat, herrscht in Mittenwald, Krün und Wallgau noch der Ausnahmezustand. Im Isartal leisten die Rettungsorganisationen verstärkt Hilfe, betont Stephan Scharf, Sprecher im Landratsamt. „Dort gibt’s am meisten Arbeit.“ Deshalb fiel in der Lagebesprechung am Montagnachmittag die Entscheidung: Der Katastrophenfall wird am Dienstag aufrechterhalten.

Katastrophenfall

„Wir können nicht einfach so Schluss machen“, sagt Scharf. Vor allem, weil in den drei südlichen Gemeinden noch kein Ende der Schaufel-Dienste abzusehen ist. Es gebe noch einige Häuser, die problematisch seien, verdeutlicht er. Wie es in den Folgentagen weitergeht, steht noch nicht fest. Am Dienstagabend um 18 Uhr kommt es zum nächsten Treffen. Scharf prognostiziert unter Vorbehalt, dass der K-Fall dann aufgehoben wird. Solange sind die Leitungen des Notfall-Telefons geöffnet. Viele Leute rufen an, berichtet er. „Die Bürger sind froh, dass sie Ansprechpartner haben.“

Schulen

Im Schulterschluss mit dem Katastrophenfall-Beschluss bleiben am Dienstag auch sämtliche Schulen im Landkreis noch geschlossen. Ob ein weiterer unterrichtsfreier Tag – seit Donnerstag sind die Einrichtungen zu – wirklich nötig ist? Ja, betont Scharf. Der Sicherheit der Kinder und Jugendlichen zuliebe. Dachlawinen oder – gerade im Isartal – viele große Einsatzfahrzeuge sind Gefahren, denen man die Schüler nicht aussetzen möchte. Auch, wenn die Entscheidung im nördlichen Landkreis nicht bei allen auf Verständnis stößt, verfolgt die Kreisbehörde eine einheitliche Regelung, bei dem keiner benach- oder bevorteilt wird.

Nachholen müssen Lehrkräfte und Schüler die Tage nicht. „In den Lehrplänen ist noch Luft drin“, sagt Schulamtsdirektor Markus Köpf. Der Stoff soll in den Stunden des noch verbleibenden Schuljahres vermittelt werden.

Dachlawinen

    Schnell hat er reagiert: Nachdem am Montagmorgen von einem Dachteil der Garmischer St.-Martin-Kirche nasser Schnee Richtung Boden sauste, ließ der Hausmeister die Schließung des Gotteshauses veranlassen. Gleiches galt gestern auch für St. Peter und Paul in Mittenwald. Vor Dachlawinen warnt Scharf explizit. Vor allem in der Murnauer Region, dem Ammer- und Loisachtal. Im Gegensatz zum Isartal, wo Schnee fiel, habe es dort mehr geregnet.

Das Tauwetter ist am Sonntagnachmittag Helfern des THW-Ortsverbands Weiden, die in Oberammergau mehrere Flachdächer vom Schnee befreit hatten, bereits zum Verhängnis geworden. Bei der Fahrt ins nächste Einsatzgebiet im Berchtesgadener Land fiel ein Schneebrocken von einer Autobahnbrücke im Bereich der Anschlussstelle Murnau-Kochel auf die Windschutzscheibe und Motorhaube des Mannschaftswagens. Der Fahrzeugführer (32) behielt die Kontrolle und lenkte das Fahrzeug auf den Pannenstreifen. Alle Insassen blieben glücklicherweise unverletzt, allerdings musste der Wagen abgeschleppt werden. Nach Angaben der Verkehrspolizei Weilheim waren kurzfristig beide Spuren zwischen den Anschlussstellen Sindelsdorf und Murnau-Kochel gesperrt, um den überhängenden Schnee auf den Brückenkanten zu entfernen. Anschließend kamen sämtliche Brücken auf der Autobahn 95 auf den Prüfstand.

Tauwasser

Der Winterdienst der Marktgemeinde arbeitet weiterhin auf Hochtouren. Momentan geht es insbesondere darum, Gullys freizuräumen, um den Abfluss von Tauwasser zu ermöglichen, berichtet Rathaussprecherin Ute Leitner. Zudem haben die Bauhof-Mitarbeiter damit begonnen, den Schnee in den Straßen abzufräsen und mit Lkw abzutransportieren. Soweit es die Witterung zulässt, werden diese Maßnahmen in den kommenden Tagen fortgesetzt. Wie Leitners Kollege Martin Bader mitteilt, gibt’s eine Prioritätenliste. Um den Durchgangs- und Berufsverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, starten die Arbeiten teilweise um 5 Uhr. Fahrzeughalter werden gebeten, ihre am Straßenrand abgestellten Wagen frühzeitig zu entfernen. Entsprechende, zuvor aufgestellte Schilder kündigen die Abfuhr an.

Sperrungen

Zu beachten: Das sind die Sperrungen im Straßen- und Bahnverkehr.

Der Verkehr rollte am Montag nach wie vor nicht wie gewohnt. Zahlreiche Strecken blieben oder wurden gesperrt. Gleiches spielte sich im Bahnverkehr ab (siehe Grafik). Zwischen Mittenwald und Scharnitz fährt sogar bis zum Mittwoch kein Zug, ebenso wenig ein Schienenersatzverkehr.

Wie im Tal so auf dem Berg: Die Bayerische Zugspitzbahn AG hat am Montag den Skibetrieb aufgrund der Neuschneefälle auf der Zugspitze eingestellt. Zu starker Wind sorgte zudem dafür, dass die Seilbahn stillstand. Diese sowie Gletscher- und Zahnradbahn sollen zwar heute wieder in Betrieb gehen, die Pisten werden für Skifahrer aber nicht freigegeben. Sie müssen auf geöffnete Bereiche im Classic-Gebiet ausweichen.

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