Keine Fensterläden an Gebäuden: Kritik an Vize-Bürgermeister Diepold

Uffing - An immer mehr Gebäuden in Uffing fehlen die vorgeschriebenen Fensterläden. Betroffen sind auch Häuser der Wohnbau GmbH Weilheim. Geschäftsführer ist Vize-Bürgermeister Josef Diepold.

Der Fall sorgte im Uffinger Gemeinderat für Kritik: Unter anderem an vier Häusern an der Röthenbachstraße fehlen die Fensterläden, die im Ort Pflicht sind. Vize-Bürgermeister Josef Diepold (WGU) ist Geschäftsführer der Eigentümerin Wohnbau GmbH Weilheim. Er nennt wirtschaftliche Gründe dafür, dass nach einer Sanierung keine Läden mehr angebracht wurden. Allerdings war das damals nicht zwingend vorgeschrieben.

Zur Vorgeschichte: Georg Pantele (CSU-Bürgerliste) monierte im Gemeinderat, dass das Gremium entgegen der Ortsgestaltungssatzung ständig auf die Anbringung von Fensterläden verzichte. Konsequenterweise sollte man das Regelwerk dann auch ändern, fand er. Daraufhin beklagte Johannes Piegsa (CSU-Bürgerliste), dass ja auch an einigen Häusern an der Röthenbachstraße die Läden fehlten und der Zweite Bürgermeister hierfür verantwortlich sei.

Die Wohnbau GmbH Weilheim, Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau, verfügt dort über insgesamt fünf Häuser. Die vier thematisierten Gebäude, die aus den 1950-er Jahren stammen, hatten nach Angaben von Diepold einst Läden. Bei einer Sanierung - die Häuser bekamen einen Vollwärmeschutz - habe man vor ein paar Jahren aus wirtschaftlichen Gründen darauf verzichtet. Läden müsse man alle paar Jahre streichen und regelmäßig austauschen, was Geld koste. „Mir ist bewusst, dass auch diese Häuser mit Fensterläden besser ausschauen würden“, räumt Diepold ein.

Auch andernorts verzichtet die Gesellschaft nach Angaben Diepolds seit längerem auf Fensterläden. Die GmbH hat außer in Uffing noch Wohnanlagen in Weilheim, Penzberg, Peißenberg, Murnau, Bernried, Iffeldorf, Seeshaupt und Wielenbach.

Piegsa wurde offenbar bereits vor ein paar Jahren, als er noch Erster Bürgermeister war, in dieser Sache aktiv. Der frühere Rathaus-Chef habe sich seinerzeit an den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Luitpold Braun (CSU) gewandt, sagt Diepold. Obwohl er selbst die fehlenden Fensterläden im Rat kritisierte, wollte sich Piegsa auf Tagblatt-Nachfrage nicht mehr näher äußern. Für ihn sei das Thema erledigt.

Die Wohnbau GmbH hat nach Angaben des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen die vier kritisierten Anwesen verfahrensfrei saniert. „Das heißt, die Arbeiten bedurften keiner bauaufsichtlichen Genehmigung“ durch die Kreisbehörde, erklärt Sprecher Christian Praxl. Die Häuser seien zu einer Zeit saniert worden, als die örtliche Gestaltungssatzung Fensterläden nicht für alle Fälle zwingend vorgesehen habe. „Vor diesem Hintergrund gab es keine Veranlassung, bauaufsichtlich einzuschreiten.“ Heute sind Fensterläden indes vorgeschrieben. „Fenster und Fenstertüren in Putzfassaden sind mit Fensterläden zu versehen“, steht in der Satzung.

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