Keksfabrikant fühlte sich in Uffing pudelwohl

Uffing - Heute wäre der Hannoveransche Industrielle Klaus Bahlsen 100 Jahre alt geworden. In seiner Wahlheimat Uffing, in der er auch beerdigt ist, erinnert man sich gerne an seine Person.

Er war ein Visionär und ein Unternehmer mit ganz eigenen Regeln. Sein Leben war geprägt von vielfältigen Interessen und verschiedensten Ideen. Und in Uffing war es, wo sich der Hannoveraner Klaus Bahlsen immer wieder die Kraft und Energie holte, die er für ein solch ausgefülltes Leben brauchte. "Dort", weiß Dr. Burkhard Huch, Vorstandsvorsitzender der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, zu berichten, "fühlte er sich einfach pudelwohl". Heute wäre Klaus Bahlsen 100 Jahre alt geworden.

Mindestens drei Monate pro Jahr habe der jüngste Sohn des Firmengründers der Hannoverschen Keks-Fabrik H. Bahlsen in seinem Haus in Uffing verbracht. Seit den 50er Jahren sei er mit dem Ort stark verbunden gewesen, weiß Dr. Huch. Das Dörfliche und das Ruhige-Beschauliche hätten ihn sehr fasziniert. Dies habe schließlich auch dazu geführt, dass er der Gemeinde immer wieder finanziell unter die Arme griff. Ob beispielsweise mit dem Bau einer Ach-Brücke, der Finanzierung eines neuen Rettungsbootes oder aber der Unterstützung der örtlichen Vereine, Bahlsen hatte stets ein offenes Ohr für die Belange in seiner Wahlheimat. 1983 wurde er dort zum Ehrenbürger ernannt. Nach seinem Tode am 15. Dezember 1991 vermachte der Industrielle dem Ort 1,25 Millionen Deutsche Mark. Dieses Geld sei für den Ausbau des Schulhauses verwendet worden. "Man hat die Schule dann auch nach ihm benannt", weiß Dr. Huch. Bis zu seinem 80ten Lebensjahr war Klaus Bahlsen in der eigenen Firma aktiv. Seine besondere Liebe galt der Entwicklung neuer naturnaher und ballaststoffreiche Produkte, die teilweise erst heute den gestiegenen Anforderungen an gesunde Ernährung entsprechen und nachgefragt werden. Als er 1930 in das Familienunternehmen eintrat, befand sich Deutschland in der Wirtschaftskrise. Mit seinem Brüdern Hans und Werner veränderte Bahlsen die Produktionsmethoden, das Sortiment und Vertriebssystem und schuf die Basis für eine heute weltweit bekannte Firma. Sein Handeln galt aber nicht nur dem Wohl des Unternehmens. 1972 gründete er mit seiner Ehefrau die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, in die er nach seinem Tode sein gesamtes Geld überführte. Die Stiftung gehört mit einem Vermögen von 80 Millionen Euro und einem jährlichen Fördervolumen von über zwei Millionen Euro zu den bundesweit größten privaten Stiftungen mit den Schwerpunkten Medizin/Naturheilkunde, Ökologischer Landbau, Naturschutz und Soziales. Michaela Sperer

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