Kinderschänder tarnt sich als Nikolaus

Garmisch - Für die Kinder in Farchant im Kreis Garmisch-Partenkirchen spielte er viele Jahre lang den Nikolaus. Andreas J. hatte stets kleine Mädchen als „Engel“ dabei. Diese Situation nutzte er schamlos aus!

Vor dem Landgericht München II gab eram Montag zu, vier Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren aufs Übelste sexuell missbraucht zu haben.

Während einer Nikolausfahrt am 5. Dezember 2000 war es zum ersten Übergriff gekommen. Er griff der damals zwölfjährigen Maria (Namen aller Opfer geändert) zwischen die Beine. Immer wieder fand er eine Gelegenheit, sich dem Kind sexuell zu nähern. Damit Maria schweigt, gab er ihr Geld. Sie schwieg acht Jahre lang – auch aus Angst.

Die nächsten Opfer waren die Schwestern Anna (1992 geboren) und die ein Jahr jüngere Rebekka. Vor allem das kleine Mädchen missbrauchte er im Jahr 2004 mehrfach auf äußerst brutale Weise. Er köderte sie mit zwei Tricks: Rebekka durfte bei dem frühpensionierten Elektriker Playstation spielen. Außerdem gab er ihr regelmäßig Geld. Er habe ihr immer wieder 50 Euro in die Hand gedrückt.

Vor Gericht gibt sich der ­Angeklagte als Wohltäter: „Die Kinder hatten kein Taschengeld.“ Vorsitzende Richterin Petra Beckers: „Man nennt so was anfüttern.“ Hat er den Kindern auch gedroht, damit sie schweigen? Das weist Andreas J. weit von sich. Er habe den Schwestern lediglich gesagt, sie sollten ihrem Vater kein Wort sagen. Die Mädchen schwiegen jahrelang.

Am Nikolaustag 2008 war Andreas J. mit Judith als „Engerl“ unterwegs. Er benutzte die Gelegenheit, das Mädchen zu betatschen. Doch anders als bei den früheren Opfern ließ sich die damals 14-Jährige die Übergriffe nicht gefallen. Sie ging mit ihren Eltern zur Polizei, die erstatteten Strafanzeige. So konnten nach und nach die anderen Opfer ermittelt werden. Am 8. Mai 2009 wurde Andreas J. verhaftet.

Bei Vorgesprächen mit dem Gericht und der Staatsanwältin handelte sein Verteidiger Michael Schmid ein günstiges Urteil aus: Viereinhalb Jahre Haft! Die im Raum stehende anschließende Sicherungsverwahrung wurde allerdings nicht verhängt.

Auch interessant

Kommentare