In Klais stinkt's gewaltig - Kanalgestank nervt Dorfbewohner

Klais - Im Krüner Ortsteil Klais stinkt's gewaltig. Übler Gestank zieht bisweilen durch die Wohnungen. Schuld daran ist der Abwasserkanal, der vom Viersterne-Hotel "Das Kranzbach" kommt.

Dass umsatzkräftige Nobelherbergen mit Magnetwirkung für eine touristisch geprägte Region wie das Obere Isartal notwendige Motoren für die heimische Wirtschaft sind, bleibt unbestritten. Doch Vorzeigebetriebe wie das im Juni eröffnete Viersterne-Hotel "Das Kranzbach" können auch unangenehme Nebeneffekte haben, wie das jüngste Beispiel in Klais zeigt.

Im nur drei Kilometer entfernten Krüner Weiler ziehen nämlich von Zeit zu Zeit üble Gerüche durch den Ort. Denn nachts, wenn sich der "Abwasser"-Betrieb im Hotel auf ein Minimum reduziert, wird die Wasserdurchlaufmenge in den Rohren zu gering. Die Folge: Das Abwasser wird seltener durch die Leitung gepumpt, bleibt dort stehen, und es entwickeln sich Gase, die morgens, wenn die Pumpe wieder aktiver wird, schubweise durch das Dorf geleitet werden.

"Diese Situation ist für die Klaiser natürlich unzumutbar, und wir wollen beileibe nicht, dass den Bürgern das Hotel Kranzbach ,stinkt'", betont der Architekt David Edinger, Sohn des Hoteleigentümers Jakob Edinger.

Es wurden bereits erste Maßnahmen getroffen, um den Gestank aus dem Dorf zu eliminieren ­ - mit verheerenden Folgen: Als die Gemeinde auf Anraten eines Ingenieur-Büros zum Zwecke der Geruchsbekämpfung die Kanaldeckel in Klais mit Plastikfolie abgedecken ließ, suchte sich die Gaswolke einen anderen Weg und landete direkt in verschiedenen Haushalten. Dort verursachte sie aber derart extreme Unannehmlichkeiten, dass man die Folien sofort wieder aus den Schächten nehmen musste. Man habe nur in bester Absicht gehandelt, versicherte unlängst Rathauschef Thomas Schwarzenberger während der Bürgerversammlung.

Eine zweite, wesentlich aufwändigere Lösung wurde gefunden, um dem Problem zu Leibe zu rücken. Anfang Dezember integrierte man in die bestehende Pumpdruckleitung aus Kranzbach einen computergesteuerten Zulauf, der jede Nacht sieben Kubikmeter Frischwasser aus der hoteleigenen Kranzbachquelle zusätzlich in die Leitung befördert. Damit soll vermieden werden, dass die Kanalbrühe in der Leitung stehen bleibt und sich Fäulnisgase bilden können. Diese mehr als 10 000 Euro teure Anlage wurde komplett vom Hotel Kranzbach finanziert.

Die Situation für die Klaiser ist jetzt zwar wesentlich besser, aber so ganz rein ist die Bergluft dort noch immer nicht. In gewissen Abständen ziehen je nach Wetterlage "Duftwolken" durch das Dorf, auf die sowohl Einheimische als auch Gäste lieber verzichten würden.

"Wir werden gemeinsam mit der Gemeinde Krün natürlich alles daran setzen, um die Ursache des Übels zu beseitigen", beteuert David Edinger. Jetzt würden, so der Tiroler weiter, Messungen in Auftrag gegeben, die den Gestank und dessen Zusammensetzung messen, damit man die Grund der ganzen Misere so schnell wie möglich finden und beseitigen kann.

Das ist auch ganz im Sinne von Schwarzenberger. "Wir wollen eine dauerhafte Lösung haben", unterstreicht das Gemeindeoberhaupt. Permanent wertvolles Trinkwasser in den Kanal zu pumpen, sei ja auch nicht "das wirklich Allerbeste".

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