König David erobert Zuschauer-Herzen: Dreimal ausverkauft, fünf Zugaben

Mittenwald - Das Experiment ist geglückt: Knapp 600 Zuschauer feierten am Wochenende in drei ausverkauften Vorstellungen Pfarrer Olaf Kringel und seine Musicalfreunde.

Lampenfieber? Oliver Kringel verneint die Frage ohne zu zögern. "Denn ich habe mich so auf meinen Auftritt gefreut, dass ich keine Zeit hatte, nervös zu sein." Als "Großer David" lieferte der 14-Jährige in der zum Musical-Theater umfunktionierten Dreifaltigkeitskirche eine echte Glanzleistung ab. Mehr noch: Mit seinem "Trauerlied an Saul" ­ einer Winnetou-Melodie nachempfunden ­ eroberte er ebenso die Herzen der Zuschauer wie mit seinem sensationellen Rap. "Uh, ah, Batseba, ich muss sie sehn, sie ist so schön" besang der Galan seine Geliebte (Lisa Fütterer). Sprechgesang im Gotteshaus ­ ungewohnt, aber erfolgreich, wie "David ­ ein Kleiner kommt ganz groß raus" bewies.

Das begeisterte Publikum erzwang am Ende der zweieinhalbstündigen Aufführung von Pfarrer Olaf Kringel und seinen 60 Mitwirkenden mit stehenden Ovationen gleich fünf Zugaben. Einige der vorgetragenen Songs könnten ein Ohrwurm werden. Gerade das zu Beginn und am Ende intonierte Titellied ließ ein wenig Jesus-Christ-Superstar-Gefühle aufkommen.

Die Idee zu diesem biblischen Musical hatte Pfarrer Olaf Kringel. "Davon habe ich seit vielen Jahren geträumt." Aufgegliedert in sechs Szenen wird das Leben des legendären jüdischen Königs umgesetzt. Ihm haucht nicht nur Oliver Kringel, sondern auch seine kleine achtjährige Schwester Carmen mit Witz, Charme und Spielfreude Leben ein.

Beleuchtet wurden Davids Salbung durch Samuel (Claudia Klier), seine Freundschaft mit Jonathan (Annika Kringel) und natürlich sein Kampf gegen Goliath (Benny Morhart). Zu sehen gab's dann den Speerwurf von König Saul (Dennis Inceler) gegen David, dessen Inthronisierung und den Tod von Saul. Für Heiterkeit sorgte der Auftritt von Walter Ehrlicher. Er kam als "Diener für one" und stolperte immer, wenn er Batseba zum König bringen musste.

Mit Hilfe eines Notenprogramms, das er sich im Internet besorgt hatte, aber auch seiner musikalischen Familie komponierte Olaf Kringel sein gelungenes Erstlingswerk, das vom Mittenwalder Jugendorchester und Kirchengemeinde-Musikern umgesetzt wurde. "Ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen", so der überglückliche Seelsorger. Bereits jetzt liegen Anfragen der Kirchengemeinden Garmisch und Partenkirchen sowie aus dem Nachbardorf Krün vor. "Ein Musical geht auf Reisen", schwärmt Olaf Kringel. "Wenn das kein Erfolg ist..."

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