Für sich persönlich haben wohl schon viele Bürgermeister die Weichen für die Zukunft gestellt. Doch damit rausrücken wollen derzeit die meisten nicht.

Im Ammertal tritt ein Rathauschef im Frühjahr 2020 nicht wieder an

Kommunalwahl: Bürgermeister halten sich bedeckt

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Macht er‘s oder macht er‘s nicht mehr? Diese Frage stellen sich Bürger bei ihren Lokalpolitikern ein gutes Jahr vor der Kommunalwahl 2020.

Ammertal – Es liegt wohl in der Natur eines Kommunalpolitikers, erst einmal ein wenig zu taktieren und nicht gleich alle Trümpfe auf den Tisch zu legen. Im täglichen Geschäft mit Behörden und Bürgern ist manchmal eine etwas defensivere Haltung gefragt. Auch das Thema Kommunalwahl 2020 haben viele Bürgermeister, wenn man sie fragt, angeblich überhaupt noch nicht auf dem Schirm. „Des is no lang hi“, wiegelt beispielsweise Unterammergaus Gemeindechef Michael Gansler ab. Wobei natürlich er und seine Ammertaler Kollegen sicher schon wissen, ob sie sich im Frühjahr nächsten Jahres ein weiteres Mal auf den Stimmzettel setzen lassen.

Am entspanntesten hat es zweifelsohne Bad Kohlgrubs Franz Degele: Durch den Rückzug von Karl-Heinz Reichert waren 2018 vorgezogene Neuwahlen notwendig geworden, die der Ex-Banker im ersten Wahlgang für sich entschieden hat. Der 54-Jährige ist somit bis zum 30. April 2026 gewählt und in Amt und Würden.

Im Nachbar-Kurort Bad Bayersoien regiert mit Gisela Kieweg (52) eine von insgesamt drei Frauen im Landkreis. Die Quereinsteigerin macht kein großes Geheimnis aus ihren Plänen: „Wenn’s gesundheitlich und familiär passt, werde ich mich wieder aufstellen lassen. Diese Arbeit macht mir absolut Spaß, auch wenn man es als Bürgermeisterin nicht immer leicht hat.“ Aber die Freude, etwas zu verändern und zu bewegen, überwiege: „Außerdem habe ich viele Dinge angestoßen, die mir am Herzen liegen und die bis zur nächsten Wahl nicht abgeschlossen sind.“

Fest im Sattel sitzt in Saulgrub/AltenauRupert Speer. Er möchte zum momentanen Zeitpunkt nicht kundtun, ob er wieder antritt. „Ich lass’ es auf mich zukommen, aber zu gegebener Zeit, ich denke im Laufe des Jahres, werde ich mich über eine weitere Periode äußern.“ Der 52-Jährige hat in seinem bisherigen Wirken viel angestoßen, allen voran diverse Baugebiete in den drei Ortsteilen. Seine Aussage – „Viel bewegen zu können, macht mir nach wie vor Spaß. Und wir haben noch einiges vor“ – lässt darauf schließen, dass Speer sich wohl erneut um das Amt des Bürgermeisters bewerben wird. Ein Rückzug käme auf jeden Fall überraschend.

Für „übertrieben“ hält es Unterammergaus Rathauschef Michael Gansler, „so früh damit anzufangen“. Zwar gibt der 68-Jährige zu, immer mal wieder von den Bürgern auf eine neuerliche Kandidatur angesprochen zu werden, doch Gansler hält es wie beim letzten Mal. Wenn der Anti-Hut-Träger sich beim traditionellen Leonhardiritt am letzten Oktober-Sonntag „oben mit“ zeigt, dann will er damit signalisieren, dass er aufhört. Wenn er wie gewohnt ohne Kopfbedeckung in der Ehrenkutsche Platz nimmt, dann will er es nochmal wissen. Eine frühzeitige Bekanntgabe hält der Amtsinhaber nicht für notwendig: „Wir wollen ja in diesem Jahr noch positiv arbeiten.“

Dagegen hat Ganslers VG-Kollege Josef Pössinger (64) aus Ettal seine Entscheidung so gut wie getroffen: „Eigentlich bin ich vom Alter her soweit, dass ich sage, ich kandidiere nicht mehr. Es müssen wieder Junge ran.“ Bürgermeister in Ettal zu sein, sei eine interessante Aufgabe, es habe Spaß gemacht, aber: „Die Sache ist wohl entschieden. Mit 70 möchte ich eigentlich nicht mehr Bürgermeister sein.“ Zu seiner Nachfolge will sich Josef Pössinger nicht äußern: „Schau ma mal.“ Nach drei Ettaler Bürgermeistern (Richard Heigl, Helmut Königsberger, Pössinger) wäre vielleicht mal ein Graswanger an der Reihe.

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