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Die „Seehauser Eiser“ in ihren Kostümen und mit ihren Trifthaken beim Oktoberfest 2012 in München.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen wegen Terrorangst

Kontrollen beim Wiesn-Festzug: Das sagen die Teilnehmer dazu

Landkreis - Erst der Zaun um das Wiesn-Gelände und jetzt auch Kontrollen beim Festzug: Die Teilnehmer aus dem Landkreisen nehmen die Sicherheitsvorkehrungen allerdings gelassen hin - und lassen sich überraschen. 

Klaus Neubert aus Seehausen ist fest davon überzeugt: Das Oktoberfest selbst, aber auch die Strecke des Festzugs am kommenden Sonntag wird mit zu den sichersten Orten in ganz München gehören. Allein schon wegen der Kontrollen, die angesichts der Terrorangst jetzt für die Festzugsteilnehmer angekündigt worden sind. Im Aufstellungsbereich sollen diese durchsucht werden – historische Waffen sind aber zugelassen, hieß es.

Er hat nichts zu verbergen. Deshalb hat Neubert damit kein Problem, dass ihm als einem der beiden Organisatoren des Wagens „Die Seehauser Eiser“ am Sonntag in München in die Taschen geschaut wird – und so weit er weiß, auch die anderen fast 90, die noch mitkommen werden, nicht. 40 Mann der Blaskapelle, 30 des Trommlerzugs Seehausen und weitere 20 „Eiser“ aus dem Dorf werden sich am Sonntagfrüh gen München aufmachen, um den historischen Wagen zu begleiten. Auf diesem sind bis zu vier Tonnen Eis zu sehen, das in damaligen Zeiten in den Bierkellern zur Kühlung verwendet wurde. Hinter dem Gefährt werden die „Eiser“, also diejenigen, die das Eis aus dem See geschnitten haben, in historischen Gewändern mit Trifthaken die kalten Blöcke die Straße entlang schieben. Unter ihnen auch einige, die das „Eis-Ernten“ am Staffelsee, das bis 1965 betrieben wurde, noch selbst miterlebt haben.

„Mit den Kontrollen durch Sicherheitskräfte kann die Angst ein bisschen genommen werden“, meint Neubert. Und dass die „Eiser“ aus Seehausen historisches Werkzeug dabei haben werden, das sei in München längst angemeldet. „Auch danach, dass man kein Taschenmesser in der Hose haben soll, kann man sich richten.“

Nicht ganz so locker wie er sieht es Thomas Legner. „A bissl was schwingt da schon mit“, sagt der zweite Dirigent der Musikkapelle Seehausen. „Wenn ich nicht aktiv teilnehmen würde, dann würde ich heuer nicht reinfahren.“

Zumindest nach außen hin gelassen zeigen sich Hubert Schwingshandl und Leonhard Schmid, beide vom Förderverein Musikkapelle Uffing. 45 der Musiker und 25 der Trommler werden beim Festzug dabei sein. „A biss’l a G’frett könnt’s scho werden, aber ich lass’ mich überraschen“, sagt Schwingshandl, der seit gut drei Jahren die Musikkapelle Uffing dirigiert. Die Kontrollen im Vorfeld des Festzugs erachtet er als weniger problematisch. Die Koffer und das Gepäck werden ohnehin im Bus gelassen. Lediglich ihre Instrumente und ihre Kleider tragen die Musiker am Leib. Interessanter ist für Schwingshandl, der auch während der Wiesn-Zeit in der „Fischer-Vroni“ spielen wird, die Frage, was dann für die Musiker sein wird. Dauerkontrollen?

Leonhard Schmid, Tambourmajor des Uffinger Trommlerzugs, gibt sich pragmatisch: „Wenn das ein rechter Zirkus wird, muss man sich halt überlegen, ob man nächstes Jahr noch einmal mitmachen soll.“

Michaela Sperer

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