Gewählt: Der neue Vorstand des Geschichtsvereins mit (v. l.) Hildegard Mayr, Willi Schnitzenbaumer, Franziska Lobenhofer-Hirschbold und Brigitte Mangold-Rößler. Foto: roy

Kostbarkeit in Speicher entdeckt

Eschenlohe - Bei den Nachforschungen für einen neuen Kirchenführer zu St. Clemens in Eschenlohe sind kostbare Schätze aufgetaucht: Außenflügel eines mehr als 400 Jahre alten Passionsaltars.

Die Eschenloher Pfarrkirche St. Clemens wurde zwischen 1764 und 1782 erbaut und gilt als Juwel unter den oberbayerischen Gotteshäusern. Einen Kirchenführer gibt es bislang allerdings nicht.

Dies soll sich ändern: 2009 begann Franziska Lobenhofer-Hirschbold mit Recherchen - und förderte dabei veritable Kostbarkeiten zutage. „Absoluter Höhepunkt“ waren zwei Außenflügel eines Passionsaltars. Die neue Vorsitzende des Eschenloher Geschichts-Vereins fand sie auf dem Speicher des Pfarrhofs. Die Tafeln sind mehr als 400 Jahre alt: Sie wurden 1591 angefertigt und tragen das Kürzel H. G. M..

„Diese Buchstaben lassen sich nicht eindeutig zuordnen“, erklärte die Historikerin bei der Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins im Pfarrhof. Das Mittelstück des Altars fehlt. Über den Verbleib ist nichts bekannt. Lobenhofer-Hirschbold denkt, dass der Altar in der Vorgängerkirche gestanden haben könnte. Es sei angedacht, die beiden Außenflügel zu restaurieren und an einem würdigen und sicheren Platz aufzuhängen.

„Es wird sich zeigen, ob das finanzierbar ist“, sagte Anton Jordan, der den Verein zehn Jahre lang führte. Nun zog er sich vom Chefposten aus Alters- und Gesundheitsgründen zurück. Auch Gottfried Schretter, Zweiter Vorsitzender seit der Vereinsgründung 1998, stellte sich nicht mehr zur Verfügung.

Lobenhofer-Hirschbold fand bei ihren Nachforschungen zudem heraus, dass zwei Christus-Figuren wahrscheinlich um 1620 in der Werkstatt des bedeutenden Weilheimer Bildhauers Bartholomäus Steinle entstanden: „Vergleichbare Darstellungen gibt es in Füssen und Habach.“ Bei den Eschenloher Figuren handelt es sich um einen Grab- und einen Auferstehungs-Christus. Beide sind in St. Clemens an Ostern nur kurz zu sehen.

Dass es sich dabei vermutlich um Steinle-Werke handelt, sei zwar bekannt gewesen, aber vergessen worden. Auf die Vorgängerkirche verweisen nach Lobenhofer-Hirschbolds Recherchen zudem zwei Grabsteine, die sich links und rechts des Turmeingangs befinden. Auf ihnen lassen sich Jahreszahlen aus dem 15. und 16. Jahrhundert erkennen.

Auch interessant

Kommentare