Die Vorarbeiten für die Behelfsbrücke laufen bereits, hier entstehen später der Kreisel und die zwei Loisachbrücken. f.: mz

Kramertunnel: Massive Kritik aus Grainau

Grainau - Das südliche Ende der Garmischer Ortsumfahrung macht den Grainauern Sorgen. Sollte die Planung in ihrer jetzigen Form weiterverfolgt werden, befürchten sie ein enormes Verkehrs-Chaos.

Sehr kritisch sieht die Gemeinde Grainau nach wie vor die Baumaßnahmen an der B 23. Derzeit sind die Bagger dabei, eine Straße beim nördlichen Loisachufer anzulegen. Diese dient als Baustellenzufahrt, zudem wird noch eine Behelfsbrücke errichtet. Der geplante Kreisel mitsamt Brücken am westlichen Ausgang des Kramer-Tunnels stößt in Grainau aus mehreren Gründen aber auf wenig Gegenliebe. Somit waren das Projekt und die damit verbundenen Auswirkungen für den Ort wieder einmal Thema im Gemeinderat.

Beim Tunnel selbst, der den Ortsteil Garmisch vom Verkehr entlasten soll, handle es sich um eine Notwendigkeit, betonte Bürgermeister Andreas Hildebrandt (CSU). Deshalb werde der Bau an sich in keinster Weise in Frage gestellt. Vielmehr geht es der Gemeinde darum, eine optimale verkehrstechnische Anbindung zu erreichen. Den meisten Bürgern sei noch nicht bewusst, was sie in ein paar Jahren etwa bei der Fahrt über Untergrainau beim so genannten „Stampfle-Stich“ nach Garmisch-Partenkirchen erwartet, ist Hildebrandt überzeugt. „Wir denken, dass hier ein kleines Frankfurter Kreuz mit zwei riesigen Brückenschlägen entsteht“, erklärte er im Gremium. Wie Kurt Aschenbrenner und Rosina Diepold (beide CSU) kann er sich kein derart monumentales Bauwerk in dieser sensiblen Landschaft vorstellen.

Diese Argumente brachte er auch bei einem Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt in Weilheim, das für den Straßenbau zuständig ist, vor. Die Einschätzung der Gemeinde teile der Leitende Baudirektor Günther Grafwallner allerdings nicht, bedauerte der Bürgermeister. Zudem tue sich die Behörde mit der Aufklärung und Information der Bürger offensichtlich schwer. Eine von der Kommune vorgeschlagene Computer-Simulation, mit deren Hilfe sich die Grainauer schon mal ein Bild über die diversen Brücken und Einschleifungen machen könnten, wurde aus Kostengründen abgewiesen. Die dafür veranschlagten 5000 Euro nannte Hildebrandt „Peanuts“ bei einem Kostenvolumen von 133 Millionen Euro für das Gesamtprojekt. Die Gemeinde behält sich nunmehr vor, eine solche Simulation selbst in Auftrag zu geben - um die Bürger hinreichend zu informieren. (mz)

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