+

Jahresbilanz 

Kreissparkasse: Höhenflug im Zinstief

Landkreis - Die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen präsentiert bei ihrer Bilanzpressekonferenz viele Zahlen. Die wichtigste Summe sollte aber nicht genannt werden.

Die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen hat bewegte Monate hinter sich. Die geplante und geplatze Fusion mit der Kreissparkasse Weilheim-Schongau hat im vergangenen Herbst über Wochen für Schlagzeilen und politischen Streit gesorgt. Letzterer scheint angesichts immer wieder aufkeimender Dispute im Kreistag noch längst nicht ausgestanden. Doch all das war jetzt nicht Thema, als die Kreissparkasse zu ihrer Jahrespressekonferenz eingeladen hat. Dabei sollte eigentlich Bilanz gezogen werden. Wurde aber nicht. Bei dem Termin präsentierten die Vorstände Peter Lingg und Georg Fink zwar einige Zahlen. Was unterm Strich bleibt, wurde jedoch nicht gesagt. Auch auf Nachfrage wollte die Sparkasse zunächst keine konkreten Angaben machen. Noch würden Prüfungen laufen. Deshalb sei vorgesehen, die Bilanz zu einem späteren Zeitpunkt bekanntzugeben. „Dies erfolgt im Internet“, erklärte Marketing-Mitarbeiterin Manuela Petzolt. Erst solle der Verwaltungsrat informiert werden, dann die Öffentlichkeit. Erst nach mehrfacher Nachfrage erklärte sich Vorstand Fink letztlich bereit, die Gewinn-Summe zu nennen: Sie liegt bei 416 000 Euro.

Dass sich die Bank im Vergleich zu den Vorjahren so verschlossen gibt, irritiert. Gerade mit Blick auf die Tatsache, dass es sich bei dem Geldinstitut nicht um ein Privat-Unternehmen handelt, sondern um eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit Landrat Anton Speer an der Spitze des Verwaltungsrates. Letzteres Gremium hatte, wie berichtet, die geplante Fusion zur Sparkasse Oberland im vergangenen November abgelehnt. Doch auch über dieses Thema wollten Lingg und Fink eigentlich gar nicht mehr reden. Angesichts der breiten Berichterstattung im Tagblatt hätten sie das „langweilig“ gefunden. Zwei Drittel der Mitarbeiter seien allerdings froh, dass alles geblieben ist, wie es war. Und: Unruhe sei wohl für keinen Betrieb gut.

Wenig förderlich für das Ergebnis der Bank ist auch das derzeit vorherrschende niedrige Zinsniveau. Das Geldinstitut verdient weniger, während die Kunden profitieren und „billig“ Schulden machen können. Dazu passt, dass die Zahl der Ausleihen von 791 auf 795 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Hingegen überrascht, dass auch die Kundeneinlagen hinaufklettern und das kräftig von 828 auf 935 Millionen Euro: Schließlich wird Sparen derzeit nicht belohnt. „Trotzdem sind das die höchsten Einlagen, die wir überhaupt hatten“, sagt Fink. Und fügt an: Auch wenn es keine Zinsen gibt, soll das Geld sicher sein. Wenngleich es auch eine verstärkte Nachfrage nach Schließfächern oder alten Tresoren gebe. Bis 2019 – so die Einschätzung der Experten – werde sich am Zinsniveau wenig ändern. Wie viele der 71 Sparkassen in Bayern die nächsten Jahre überleben, wird sich zeigen müssen. Lingg zufolge sei nur eines klar: „Es wird deutlich weniger geben.“

Auch interessant

Kommentare