Die Kritik wächst

Murnau - Die Kritik an Murnaus Mammutprojekt Kemmelpark wird lauter. Die Freien Wähler stellen die gesamte Organisationsstruktur in Frage.

Verantwortlich für die Entwicklung des Kemmelparks zu einem Gewerbe- und Wohngebiet ist die Murnauer Grundstücks-Verwaltungs GmbH (MGV), eine hundertprozentige Tochter der Marktgemeinde Murnau. Der MGV zur Seite steht die DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, eine beauftragte Dienstleistungsfirma für Stadtentwicklung.

Mit dieser Konstellation ist Welf Probst, Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler, nicht zufrieden. "Das ist zu komplex und undurchsichtig", erklärt er. Man müsse die Organisation des Millionenprojekts Kemmelpark transparenter und effizienter gestalten. Probst räumt ein, dass auch er und seine Fraktion zu Beginn der Legislaturperiode dafür gestimmt haben, eine Dienstleistungsfirma mit ins Boot zu holen. Aber: "Es ist in den vergangenen Jahren zu wenig passiert." Schließlich müsse man für die erbrachten Leistungen ordentlich bezahlen. Er plädiere daher dafür, die Verträge aufzulösen. Für das Vorhaben Kemmelpark könnte die Marktgemeinde einen Spezialisten zeitlich befristet einstellen, eventuell einen Wirtschaftsförderer.

Probst geht noch einen Schritt weiter: Der Gemeinderat sollte sich auch Gedanken darüber machen, ob es weiterhin der richtige Weg ist, dass das Kemmelpark-Projekt von der kommunalen Gesellschaft MGV betreut wird. Aufgrund der strengen Vorgaben bekämen dadurch die Bürger kaum etwas von der Entwicklung des Kemmelparks mit. Als Aufsichtsrat dürfe er nicht einmal an die eigene Fraktion Informationen weitergeben, kritisiert Probst. Um mehr Transparenz zu schaffen, könnte man das Kemmelpark-Geschäft über den regulären Haushalt der Gemeinde abwickeln, schlägt Probst vor.

Die Kritik nicht nachvollziehen, kann Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU). Die MGV mache eine "hervorragende Arbeit" und entlaste die Verwaltung. "Das würden wir im Haus gar nicht schaffen", so der Rathaus-Chef. Der Gemeinderat werde regelmäßig über das Vorhaben Kemmelpark informiert. Es würde "keinen Sinn" machen, die MGV aufzugeben. Als einen "guten Verbund" bezeichnet Rapp die Zusammenarbeit mit der DSK. Man sei auf die Hilfe und die Dienstleistungen von Profis angewiesen. Insgesamt sei man beim Kemmelpark "auf dem richtigen Weg", betont Rapp.

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