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Leben gefährlich: Kröten müssen bei der Wanderung zum Laichgewässer oft viel befahrene Straßen überqueren.

Nach der Winterstarre:

Kröten und Frösche begeben sich in Lebensgefahr 

Wenn der Schnee schmilzt und die Blumen sprießen, gehen Kröten und Frösche auf Wanderschaft. Sie suchen Gewässer in denen sie laichen können und begeben sich in große Gefahr. 

Landkreis – Die Kröten sind los – wenn die Temperaturen steigen und der Schnee taut, erwachen Kröten, Frösche und Molche aus ihrer Winterstarre. Damit beginnt die Laichzeit der Amphibien auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wieder. Die Tiere bewegen sich zu den Gewässern, in denen sie selbst geboren wurden, um dort zu laichen. „Je nach Witterung wandern Amphibien vor allem im März und April durch den Landkreis“, berichtet Martin Kleiner, Vorsitzender der Ortsgruppe Oberes Ammertal des Bund Naturschutz. Da muss manch ein Geschöpf eine Straße überqueren – und begibt sich damit in Lebensgefahr. „Zu dieser Zeit sollten alle Autofahrer sehr wachsam sein – besonders bei Regen und Temperaturen um fünf Grad Celsius ist Vorsicht geboten“, warnt Kleiner.

Immer wieder werden Kröten überfahren

Da aber trotzdem immer wieder Kröten überfahren werden, errichten der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz kleine Zäune entlang der Fahrbahnen, die besonders viele Tiere überqueren. „Am kommenden Dienstag wird der Schutz am Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen aufgestellt“, erklärt der Vorsitzende. Die drei weiteren Brennpunkte an der Verbindungsstraße zwischen Grafenaschau und Eschenlohe, in Schöffau und an der Landkreisgrenze zwischen Hofheim und Habach würden demnächst folgen. Je nach Länge und Anzahl der Helfer kann das Aufstellen zwischen einem halben Tag und zwei Tagen in Anspruch nehmen. Damit der Abschnitt auch wirklich gesichert ist, muss die Verankerung gut im Boden fest gemacht werden. Denn ansonsten könnten kleine Bergmolche, die etwa acht bis zwölf Zentimeter groß sind, unter dem Zaun durchschlüpfen.

Fleißige Krötenretter wollen den Tieren helfen

Momentan sind 15 bis 20 fleißige „Krötenretter“ am Werk. „Über mehr Freiwillige würden wir uns natürlich freuen“, meint Kleiner. Die könnten sich beim Bund Naturschutz melden. Finanziell erhalten die Verbände Unterstützung vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen und der Regierung von Oberbayern.

Insgesamt stellt der Bund Naturschutz allerdings einen Rückgang der Krötenbevölkerung im Landkreis fest. Die Entwicklung sei überall abnehmend. Auch deswegen wird am Schmalensee im Mittenwald kein Schutz mehr errichtet. „Woran die Verringerung liegt, lässt sich nicht genau feststellen“, sagt der Naturschützer. „Aber durch unsere Hürden am Straßenrand hoffen wir, diese etwas aufhalten zu können.“  

Sonja Hössl

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