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Freundschaftlich verbunden: Geigenbaumeister Anton Sprenger (r.) und seine Frau Regina waren Joseph Vilsmaier (l.) verbunden. 

Landkreis-Bürger erinnern sich

Bestürzung über Tod von Joseph Vilsmaier

Der Tod von Regisseur Joseph Vilsmaier hat bei Menschen aus dem Landkreis, die ihn kannten, Bestürzung ausgelöst. Mehrere hatten beim letzten Film „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ mitgewirkt.

Landkreis – Die Nachricht vom unerwarteten Tod des bayerischen Filmemachers Joseph Vilsmaier – für die Menschen im Landkreis, die das Glück hatten, bei seinem letzten Film „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ mitwirken zu dürfen, kam sie wie ein Schock. Alle haben den 81-Jährigen, der mit Klassikern wie „Herbstmilch“, „Stalingrad“ oder „Comedian Harmonists“ Filmgeschichte geschrieben hat, in bester Erinnerung. Sie betonen das herzliche, kollegiale, fast schon freundschaftliche Verhältnis, das der Altmeister für sie empfand – und das, obwohl sie im Schatten von Schauspielgrößen wie Hape Kerkeling und Bully Herbig standen, die die Hauptrollen besetzten und viel näher an ihm dran waren.

„Gefühlt wie im siebten Himmel“

„Er war ein super Mensch. Boarisch bis in die Haare und Zehenspitzen“, schildert Anton Sprenger im Tagblatt-Gespräch bewegt. Wie von den Socken war der Geigenbaumeister aus Mittenwald, als eines Vormittags das Telefon in seiner Werkstatt klingelte und der Star-Regisseur aus Niederbayern am Apparat war. Er habe die Stimme sofort erkannt: „Sie war so prägnant und nicht zu verwechseln.“ Über Vilsmaiers Angebot, seine Wirkungsstätte samt Werkzeug, Geigen und anderen Saiteninstrumenten auf einem Bauernhof nahe Eggenfelden für den Film originalgetreu nachzubauen, habe er nicht zweimal nachdenken müssen. „Das war wie ein Geschenk, ich hab’ mich gefühlt wie im siebten Himmel“, freut sich der 48-Jährige.

Ein Mann voller Energie

Auch Sepp Gramer aus Murnau kann nicht fassen, dass Vilsmaier für immer die Augen geschlossen hat. Wie ein „Schlag ins Gesicht“ sei die Nachricht von seinem Tod für ihn gewesen. „Er war so voller Energie, hat von sich immer 150 Prozent verlangt. Einfach unvorstellbar, dass es ihn jetzt nicht mehr gibt.“ Die Zusammenarbeit mit Vilsmaier betrachtet Gramer, der unter anderem als Kutscher eines Pferdegespanns und als Double von Bully Herbig auftrat, als einen einzigen Glücksfall: „Das war wie ein Sechser im Lotto.“ Der Filmschaffende sei ein Mann mit Herz gewesen, jemand, der sich um die Sorgen aller im Team gekümmert habe. „Er war ein richtiger Mensch, jemand, der für alle ein offenes Ohr gehabt hat, auch für die, die nur Nebenrollen gespielt haben.“ Das sei ungewöhnlich im Filmgewerbe, das eher von Kühle und Distanz geprägt sei.

Ein tierlieber Mensch

Beeindruckt hat ihn auch die Tierliebe Vilsmaiers. So habe er angeordnet, dass das Wagengespann nicht – wie im Drehbuch vorgesehen – von nur einem Pferd gezogen wird, sondern dass dafür zwei Tiere zum Einsatz kommen sollten. „Die Vorstellung, dass sich da ein Pferd abschinden muss, war für ihn unerträglich.“ Der Uffinger Robert Pavel, der für den „Sensenmann“ im Film die Särge gezimmert hat, ist nicht weniger traurig: „Vilsmaier war ein absolut guter Freund.“

Rafael Sala

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