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Den Meterstab zur Hand: Josef Holzmann (r.), Schulleiter des Murnauer Staffelsee-Gymnasiums, und Oberstufenkoordinator Jan Franz stehen vor dem Start der Abiturprüfung in der Turnhalle. Aufgrund der Corona-Bestimmungen sind in diesem Jahr die Tische deutlich weiter voneinander entfernt als gewöhnlich. 

Für 267 Gymnasiasten wird es spannend 

Am Mittwoch geht‘s los: Abi-Prüfung in Corona-Zeiten

Ab Mittwoch wird es an den vier Gymnasien des Landkreises spannend. Die schriftlichen Abitur-Prüfungen beginnen. In Corona-Zeiten ist einiges zu beachten. 

Landkreis – Ab Mittwoch wird es an den vier Gymnasien des Landkreises ernst. Die schriftlichen Abitur-Prüfungen beginnen. Los geht’s in ganz Bayern mit dem Fach Deutsch, kommende Woche folgen am Dienstag, 26. Mai, Mathe und am Freitag, 29. Mai, das dritte Prüfungsfach. Nach den Pfingstferien stehen dann die mündlichen Prüfungen an.

Meterstab kommt zum Einsatz

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind es heuer insgesamt 267 Schüler, die ihr Abitur ablegen. Wie überall kam in den vier Gymnasien – dem Werdenfels Gymnasium und St.-Irmengard-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen, dem Benediktiner-Gymnasium Ettal und dem Staffelsee-Gymnasium Murnau – der Meterstab zum Einsatz, um die Tische weit auseinander zu rücken. Die Hygienevorschriften sind einzuhalten, die Wege markiert. Für das Kommen und Gehen gilt Maskenpflicht. Am Tisch dürfen diese abgenommen werden.

Mit Deutsch geht es los

Fünf Stunden haben die Gymnasiasten heute dafür Zeit, ihr Können in Deutsch unter Beweis zu stellen. Unter fünf Themen darf eines ausgewählt und bearbeitet werden. Bis Montagmittag schien alles im Lot und bestens vorbereitet, bis sich herausstellte, dass die Unterlagen bereits wieder Makulatur sind. Der Grund: Im Bamberger Kaiser-Heinrich-Gymnasium wurde der Tresor aufgebrochen, die Abitur-Prüfungsaufgaben gestohlen. Der Ablauf wurde also erneut gestört. Also alles auf Anfang – und Plan B mit Ersatzaufgaben aus dem Kultusministerium realisieren. Am Dienstag erhielten die Gymnasien die neuen Deutsch-Prüfungsaufgaben. Mehrarbeit für die Lehrer also. 

Die gleiche Aufregung wie sonst auch

Schulleiter Otmar Würl von St. Irmengard bleibt optimistisch: „Die Situation schreckt uns nicht. Wir haben inzwischen so viel gemeistert, das schaffen wir auch noch.“ Er findet, dass alle gut vorbereitet seien. Der Unterrichtsstoff war noch vor Corona absolviert worden. Die vier Wochen per Internet und der dreiwöchige Präsenz- unterricht seien optimal verlaufen. Der Raumsituation in seiner Container-Schule geschuldet, schreiben die 44 Abiturientinnen verteilt in vier größeren Klassenzimmern. Im Gänsemarsch-System werden die jungen Frauen mit Masken die Räume betreten und verlassen. „Eigentlich herrscht die gleiche Aufregung und Erwartungshaltung wie sonst auch“, sagt er.

Lehrer sitzen Probe

Das kann Tobias Schürmer, Schulleiter des Werdenfels-Gymnasiums, bestätigen. „Darauf haben die Jugendlichen hingearbeitet. Sie wollen ihre Leistungen abliefern.“ Alle waren froh, wieder in die Schule gehen zu dürfen. Seine 78 Prüflinge (52 Buben, 26 Mädchen) werden den schriftlichen Teil in der Aula und im Pavillon an den weit auseinandergerückten Tischen ablegen. Schürmer ist zuversichtlich: „Wir Lehrer haben bei einer Konferenz schon mal Probe gesessen – das klappt gut.“

Ettaler Schüler motiviert

Wie in den anderen Gymnasien sind auch in Ettal die 17 Abiturientinnen und die 20 Abiturienten gesund und auch ein bisschen aufgeregt. „Wir haben nochmals intensiv gearbeitet und eine sehr große Motivation bei allen festgestellt“, erklärt Schulleiter Hubert Hering. In der ausgeräumten und vorbereiteten Rosner-Aula geht es zur Sache.

Glücklich über Dreifachturnhalle

Mit 110 Prüflingen (64 Mädchen und 46 Buben) hat das Murnauer Staffelsee-Gymnasium 2020 den stärksten Abschlussjahrgang im Landkreis. „Wir sind sehr glücklich, dass wir die Dreifachturnhalle haben, so den großen Raum unter Einhaltung der Hygienevorschriften nutzen können“, erklärt Schulleiter Josef Holzmann. Also klassische Abiturbedingungen? „Nicht ganz, denn wir werden verschiedene Eingänge nutzen, um ein Zusammenstehen zu verhindern“, schränkt er ein.

Keine Nachteile

Für die Absolventen des Corona-Abiturjahrgangs gilt nach Aussage aller vier Schulleiter, dass es keine Nachteile gibt. „Ab dem 28. April wurde nur in den Prüfungsfächern unterrichtet“, verdeutlicht Holzmann. „Durch die Verschiebung waren dann drei Wochen mehr Zeit“, sagt auch Hering. Die vom Kultusministerium vorgegebenen Richtlinien und Notenberechnungsmodelle für die beiden Halbjahre in der Q 11 und das erste der Q 12 sowie für das zweite der Q 12 seien sehr gerecht und fair. Darüber sind sich alle einig. Wer von den Abiturienten dennoch unzufrieden mit seiner Vorzensur sei, könnte eine Ersatzprüfung, wie sie auch nach längerer Krankheit schon immer möglich war, beantragen. „Objektiv gibt es keine Nachteile“, verdeutlicht Würl noch einmal. Er schränkt aber ein: „Subjektiv betrachtet war es gerade für die Abschlussjahrgänge eine belastende Zeit.“

Margot Schäfer

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