Letzte Vorbereitung für den Ansturm der Touristen treffen im Garmischer Hof (v.l.) Azubi Youssouf Traore, Rezeptionistin Maike Bruckner, Azubi Marie Lindauer, Juniorchefin Konstanze Seiwald-von Thurn und Azubi Maja Krojer. 
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Letzte Vorbereitung für den Ansturm der Touristen treffen im Garmischer Hof (v.l.) Azubi Youssouf Traore, Rezeptionistin Maike Bruckner, Azubi Marie Lindauer, Juniorchefin Konstanze Seiwald-von Thurn und Azubi Maja Krojer. 

Nicht alle erwarten einen Ansturm

Öffnung der Hotels nach Corona-Zwangspause: Anzahl der Buchungen variiert stark

In den Pfingstferien soll in Bayern der Tourismus wieder anlaufen. Unter den üblichen Sicherheitsbestimmungen dürfen Beherbergungsbetriebe wieder öffnen. Nicht alle Hotels erwarten einen Ansturm. In Oberammergau hat man mit den Nachwirkungen der Passionsabsage zu kämpfen.

Landkreis – Urlaub im eigenen Land. Für viele Deutsche ist dies im von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020 die einzige Möglichkeit auf Entspannung, Ruhe und Erholung – und etwas Remmidemmi. Für die Hotels im Landkreis steigt die Hoffnung, dass Touristen ihre Ferien statt in südeuropäischen Staaten im Werdenfelser Land und der Region verbringen.

Pünktlich zu Beginn der Pfingstferien dürfen Hotels ab 30. Mai unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder Gäste empfangen. Knapp zweieinhalb Monate konnte niemand aus touristischen Zwecken beherbergt werden. Nun also der Neustart. Und doch ist alles anders.

Garmischer Hof und Posthotel Mittenwald: Positive Stimmung

Die Anzahl an Reservierungen variiert stark zwischen den Betrieben. Daniel Schimmer, Manager des „Garmischer Hof“, zeigt sich begeistert: „Wir haben für Pfingsten viele Buchungen erhalten. Über Fronleichnam sind wir nahezu komplett ausgelastet.“

Auch das Posthotel Mittenwald freut sich über viele Gäste zur Wiedereröffnung: „Wir sind in den Pfingstferien zu zwei Dritteln ausgebucht“, sagt Hoteldirektorin Gudrun Rademacher.

Oberammergau: Absturz für Hotel durch Absage der Passion

Anders die Lage in Oberammergau. Die Gemeinde spürt die Absage der Passionsspiele enorm. Björn Köppen, Prokurist im Parkhotel Sonnenhof Oberammergau: „Durch die Absage sind wir von hundert auf null Prozent abgestürzt. Alle unsere Gäste hatten aufgrund der Passionsspiele gebucht.“ Die zweite Ferienwoche ist mit 25 Gästen noch die besser besuchte. Zum Vergleich: Das Hotel besitzt Kapazitäten für über 100 Touristen.

Auffällig: War der Landkreis bislang eher für Kurzurlauber interessant, haben viele Touristen über Pfingsten einen langfristigen Aufenthalt gebucht.

Bevor die ersten Reisenden am Wochenende eintreffen, musste alles rund um die neuen Hygienevorgaben wie am Schnürchen funktionieren. Für die Abstandseinhaltung beim Frühstück haben die Häuser jeweils eigene Wege gefunden. Der Garmischer Hof wird seine Gäste in mehrere Gruppen unterteilen, die jeweils ein eigenes Zeitfenster haben, um die „wichtigste Mahlzeit des Tages“ einzunehmen. Im Parkhotel Sonnenhof Oberammergau hat jedes Zimmer seinen fest reservierten Tisch. Um die Abstände einhalten zu können, dürfen höchstens 65 Prozent der Zimmer belegt sein. Und im Posthotel Mittenwald können es sich die Gäste aussuchen, ob sie ihr Frühstück im Zimmer oder in einem Frühstückssaal einnehmen möchten.

Buffet verboten, mehr Personal erforderlich

Buffets in Zeiten von Corona? Verboten. Alle Mahlzeiten werden à la carte serviert. Um die Gäste bedienen zu können und dennoch die Abstandsregelungen einzuhalten, benötigen die Häuser mehr Personal als sonst. „Wir haben ab diesem Samstag mit einem halb vollen Haus genauso viel Aufwand wie mit einem komplett ausgelasteten“, gibt Gudrun Rademacher zu bedenken. Ihre Mitarbeiter hat sie für den Juni alle aus der Kurzarbeit zurückgeholt. Bei Björn Köppen in Oberammergau müssen hingegen aufgrund ausbleibender Buchungen 80 Prozent der Belegschaft vorerst weiter in Kurzarbeit bleiben: „Wenn nur zehn Zimmer belegt sind, benötige ich nun einmal kaum Personal.“ Er hofft, dass die Monate Juli und August Besserung in Form von Gästen bringen.

Marco Blanco Ucles

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