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Geschlossen: die Filiale in Großweil.

Zweigstellen in Ohlstadt und Großweil betroffen

VR-Bank schließt Filialen: Corona-Krise wirkt als Beschleuniger

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Die Corona-Krise wirkt als Beschleuniger. Die VR-Bank Werdenfels, die das vergangene Jahr mit einer Bilanzsumme von 1,732 Milliarden Euro abschloss, verkleinert ihr Netz an Zweigstellen weiter. Der Vorstand nennt die Entscheidung „einen richtigen Schritt für die Zukunft unserer Bank“.

Landkreis– Was ihn erwartet, Walter Beller ahnt es. „Dafür werden wir Prügel beziehen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Werdenfels. Prügel von Kunden und von den Bürgermeistern der Orte, in denen das Finanzinstitut Filialen betreibt, die derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind – und die nicht wieder öffnen werden. Betroffen von der Aufgabe sind im Landkreis Garmisch-Partenkirchen die Zweigstellen in Ohlstadt und Großweil sowie Obersöchering, Pähl und Wessobrunn (alle Weilheim-Schongau) und Kochel (Bad Tölz-Wolfratshausen). Beller macht deutlich, dass ihm die Entscheidung, die der Aufsichtsrat einstimmig gebilligt hat, nicht leichtgefallen ist. Er nennt sie „schmerzhaft“, aber gleichzeitig auch „einen richtigen Schritt für die Zukunft unserer Bank“. Er sei als Vorstand dem Ganzen verpflichtet. „Ich muss an unsere Eigentümer denken.“ Aber er lässt keine Zweifel daran, dass sein Geldhaus in der „Region verwurzelt bleibt“.

Gewinn geschrumpft

Das hat im vergangenen Jahr noch immer gute Geschäft gemacht. Die VR-Bank weist im Geschäftsbericht 2019 eine Bilanzsumme von 1,732 Milliarden Euro auf. Allerdings ist der Gewinn im Vergleich zu 2018 geschrumpft. 2019 stand ein Plus von nur noch 858 000 Euro in den Büchern, zwölf Monate zuvor hatte sich das Ergebnis noch auf 1,13 Millionen Euro belaufen. Beller ist guter Hoffnung, auch dieses Jahr, trotz der vielen Unwägbarkeiten, mit einer positiven Bilanz abschließen zu können. Allerdings ist er von der Aufsicht gehalten, „keine Dividende auszuschütten“.

Marktumfeld hat sich verschärft

Ohne Corona-Krise hätten die sechs Standorte, die nach einer Analyse die geringste Kundenfrequenz der bisherigen 18 Geschäftsstellen aufwiesen und wo weniger als zehn Prozent der Kunden der VR-Bank Werdenfels zu Hause sind, noch einige Jahre bestehen können. „Corona hat die Entwicklung natürlich beschleunigt“, erklärt Beller. Ihm zufolge hat sich das schwierige Marktumfeld, das durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) entstanden ist, mit der Pandemie weiter verschärft. „Die wirtschaftlichen Zwänge lassen uns keine andere Wahl.“ Es wäre den Mitgliedern gegenüber nicht redlich gewesen, diese Entscheidung weiter aufzuschieben. Für die insgesamt zehn Mitarbeiter ändert sich nichts. Sie bleiben von einer Kündigung verschont und werden in Zukunft in anderen Abteilungen oder Filialen eingesetzt.

Einschnitt für betroffene Orte

Für die sechs Dörfer, in denen die Zweigstellen dichtgemacht werden, bedeutet das eine Zäsur. Beller und VR-Bank-Vorstandsmitglied Martin Sperl hatten in den vergangenen Tagen die betroffenen Bürgermeister persönlich oder per Telefon informiert, die Kunden erhielten die schlechte Nachricht per Post. „Für das Dorf ist es nicht schön“, sagt Ohlstadts Rathauschef Christian Scheuerer (parteifrei), der nicht, wie von Beller befürchtet, den Knüppel aus dem Sack holt. Es bleibt ihm auch nichts anderes übrig, als die Entscheidung zu akzeptieren. Positiv findet er, dass die Bargeldversorgung, wie Beller und Sperl erklären, über einen Automaten ebenso gesichert ist wie die Beratung nach Terminvereinbarung. „Das halte ich für wichtig.“ Ohlstadt befindet sich in der glücklichen Lage, noch über eine Zweigstelle der Kreissparkasse zu verfügen. „Ich hoffe, sie bleibt bestehen“, sagt Scheuerer.

Digitale Angebote ausgebaut

Für das Vorgehen des VR-Bank-Vorstands zeigt der Ohlstädter Bürgermeister teils Verständnis, weil immer mehr Menschen ihre Bankgeschäfte per Telefon oder online erledigen. Diesem Trend trägt die VR-Bank, deren Zentrale in Garmisch-Partenkirchen steht, Rechnung. Um die Zukunftsfähigkeit zu sichern, hat man in den vergangenen Jahren kräftig investiert und vor allem die digitalen Angebote ausgebaut. „Das erwarten unsere Kunden auch von uns – nicht nur die jüngeren“, sagt Sperl. „Die höchsten Zuwachsraten beim Online-Banking haben wir in der Altersgruppe ab 60 Jahren.“

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