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Dickes Eis: Im Winter 2017 konnten Schlittschuhläufer und Eishackler die Seen betreten. Bei einer Übung am Riessersee prüfte die Wasserwacht die Stärke der Eissschicht. 

Sicherheit geht vor

Landkreisweite Warnung vor dünnem Eis

Auch wenn sich der Winter von seiner besten Seite zeigt: Die Wasserwacht appelliert eindringlich, nicht auf die Seen zu gehen.

Landkreis – „Zehn Zentimeter dick sollte das Eis mindestens sein“, betont Marc Lehmann, Kreisvorsitzender der Wasserwacht im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. „Und davon sind wir trotz einiger kalter Frostnächte im Moment noch weit entfernt.“ Deshalb warnt er eindringlich davor, derzeit das Eis zu betreten. „Auch wenn kleine Weiher schnell zufrieren können“, wirklich tragfähig dürfte es noch nirgends sein, schon gar nicht auf den großen Gewässern wie Staffelsee oder Riegsee. Trotzdem haben sich bereits die ersten Schlittschuhläufer auf die gefrorenen Flächen gewagt, etwa auf den Froschhauser-, den Rießer- oder den Eibsee. Dafür hat Lehmann kein Verständnis. „Bereits fürs Wochenende sind wieder Plusgrade angesagt“, warnt er.

Offiziell werden die Seen im Landkreis ohnehin nicht zum Betreten frei gegeben, da dann die Gemeinden auch bei Unfällen wegen zu dünner Eisdecke haften würden. „Jeder ist also auf sich selbst angewiesen und muss das Risiko entsprechend abschätzen“, sagt Lehmann.

Sollte etwas passieren ist schnelle Rettung entscheidend. Denn in den kalten Gewässern verliert ein Schwimmer rasch das Bewusstsein. Wegen der dünnen Eisfläche ist es zudem kaum möglich, sich wieder aufs rettende Eis zu ziehen, da dies unter dem Körpergewicht weiter einbricht. „Wenn Sie beobachten, wie jemand in Not gerät, rufen Sie umgehend die 112 an“, empfiehlt der Wasserwacht-Chef. Seine Retter und die der Feuerwehren verfügen über entsprechende Geräte. Wer versucht, den Eingebrochenen selbst zu befreien, müsse unbedingt mit einem Seil von Dritten gesichert werden. Zudem gelte es, möglichst umgehend geeignete Hilfsmittel wie einen Rettungsring oder eine Leiter zum Opfer zu bringen. „An den meisten größeren Gewässern sind diese im Winter verfügbar“, unterstreicht Lehmann. Wer selbst in Not gerät, etwa weil das Eis unter ihm laut knackt und sich bewegt, sollte sich möglichst flach hinlegen, um sein Gewicht besser zu verteilen. Außerdem rät der Experte, laut um Hilfe zu rufen und zu versuchen, sich robbend ans Ufer zu retten. Wer trotzdem einbricht, solle Ruhe bewahren und es vermeiden, mit dem Kopf unters Eis zu geraten. Sofern das Eis stabil und tragfähig ist, werden die Wasserwachten vor Ort beliebte Eislaufflächen an diesem Wochenende absichern.  

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