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Als nächstes dran: Das in die Jahre gekommene Gebäude B wird saniert.

Sanierung Gebäude B steht an

Landratsamt: Friedensangebot in einem alten Streit

Landkreis - Umbau an Olympiastraße oder PX-Neubau: Der notwendige Ausbau des Landratsamtes facht die alte Diskussion wieder an. 

Der Garmisch-Partenkirchner Kreistag ist nicht gerade als Gremium bekannt, in dem die Fetzen fliegen, in dem sich die Fraktionen in Diskussionen aufreiben. In den vergangenen Jahren gab es eigentlich nur einen richtigen lokalpolitischen Streitpunkt: Jenen um die Zukunft des Landratsamts in Garmisch-Partenkirchen im Jahr 2009. Das Christlich-Soziale Bündnis wollte einen Neubau auf dem ehemaligen PX-Gelände in der Bahnhofstraße, die CSU einen Umbau des Areals an der Olympiastraße. Die Entscheidung ist längst gefallen. Trotzdem kochte das Thema im Kreisausschuss wieder hoch.

Passiert ist es, als Walter Echter (CSB) praktisch nachträglich die Wogen glätten wollte. Er stellte klar: Die damals verhärteten Fronten zwischen dem Christlich-Sozialen Bündnis und der CSU habe es nur gegeben, weil sich die Chefs nicht leiden konnten. Sprich seinerzeit Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) und Landrat Harald Kühn (CSU). „Wir waren Opfer ihrer Streitigkeiten.“ Und nun seien beide nach München entschwunden. „Dabei hätte man gemeinsam gute Lösungen finden können.“

Worte, die in der Runde so nicht stehen gelassen wurden. „Das ist ihre Interpretation“, sagte Dr. Michael Rapp (CSU). „Wir sollten es aber bei den Fakten belassen.“ Rapp erinnerte daran, dass das vom CSB favorisierte Neubau-Komplettangebot von Investor Franz Hummel „rechtlich nicht möglich“ gewesen wäre. Dass es eine europaweite Ausschreibung hätte geben müssen (was Hummels Anwälte stets bestritten hatten). Und dass es bei dem PX-Komplex keinen Spielraum gab. Genau der wird nun aber gebraucht.

Denn das Landratsamt muss, bevor die Sanierung und Modernisierung abgeschlossen ist, erweitert werden. Neue Mitarbeiter im Bereich Asyl/Soziales wurden eingestellt, der Platz reicht nicht mehr. Und genau deshalb ist, wie Regierungsdirektor Guido Kamp betonte, der Standort an der Olympiastraße von großem Vorteil. Denn das Gebäude B, das nun bei der Sanierung an der Reihe ist, bekommt ein zusätzliches Terrassen-Geschoss mit weiteren Büroräumen. So etwas sei auf dem ehemaligen PX-Gebäude nicht möglich gewesen, unterstrich Kamp. „Wir hätten nicht reagieren können.“

Nach diesen Erläuterungen betonte Echter noch einmal, wie wichtig ihm ein „normaler Umgang“ sei. „Damals haben wir mit dem Rücken an der Wand gestanden. Das bedauere ich.“ Die einzige Reaktion auf das Friedensangebot kam von Landrat Anton Speer (Freie Wähler), der ganz pragmatisch meinte: „Wir müssen jetzt in die Zukunft schauen.“

Sanierung Gebäude B: Das ist geplant

Für 15 Millionen Euro wollte Franz Hummel dem Kreis ein schlüsselfertiges Landratsamt hinstellen. Die Kosten für die Modernisierung des bestehenden Areals an der Olympiastraße liegen höher. Als aktuelle Zahl, in der die gestiegenen Baupreise laut Index eingerechnet sind, nannte Kreisbaumeister Alkmar Zenger im Kreisausschuss 17,35 Millionen Euro. Knapp drei Millionen davon entfallen auf die Sanierung des Gebäudes B – dem Verbindungstrakt zwischen der „Landrats-Villa“ (Gebäude A) und dem modernen Neubau (Gebäude C). „Derzeit laufen die ersten Ausschreibungen und Auftragsvergaben“, erklärte Zenger. Vorgesehen ist, im Untergeschoss und in einem zusätzlichen Terrassengeschoss weitere Büros zu schaffen. Außerdem sind Räume fürs Personal geplant. Bestehende Arbeitsbereiche und auch die sanitären Anlagen werden umstrukturiert und erneuert. Im Bereich des Treppenhauses wird als Übergangslösung ein komplettes Landrats-Büro errichtet. Das wird gebraucht, wenn es um die Sanierung von Gebäude A geht. Diskutiert wurde im Ausschuss über Zengers Plan, die Fenster nicht komplett zu erneuern, sondern nur die Scheiben und Dichtungen. Schreiner und Kreisrat Anton Kölbl (CSU) gab zu bedenken, dass der Ausbau bei einer großen Sanierung einfacher zu machen sei. Über diesen Punkt soll nochmal nachgedacht werden.

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