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Glücklich miteinander: Robert (r.) und Thomas Kühn. 

Landtagswahl 2018

Kochen mit Robert Kühn: Mit Herzblut anders

Beim Essen lernt man die Menschen kennen, heißt es. Um diese Behauptung zu überprüfen, haben die Tagblatt-Mitarbeiter Direktkandidaten für die Landtagswahl aus dem Stimmkreis 111, zu dem auch der Süd-Landkreis gehört, eingeladen, gemeinsam zu kochen. Heute ist Robert Kühn (SPD) an der Reihe.

Landkreis/Bad Wiessee – Robert Kühn ist anders als andere Kandidaten, die im Oktober in den Landtag einziehen wollen. Und er steht dazu voller Leidenschaft. Das hat er erst in der vergangenen Woche bei der AfD-Gegendemo auf dem Partenkirchner Kirchplatz gezeigt. Vor rund 450 Zuhörern erklärte er, dass es ihm „eine Herzensangelegenheit“ sei, als „schwuler Mann“ auch in der Öffentlichkeit aufzutreten. Und er prangerte die Alternative für Deutschland an, die zum Beispiel gegen Homosexuelle und Flüchtlinge Stimmung macht. „Wer Minderheiten ausgrenzt“, betonte Kühn, „setzt die Demokratie aufs Spiel.“ Dabei ist AfD-Spitzenpolitikerin Alice Weidel, die an diesem Abend wenige Meter entfernt im Gasthof Rassen sprach, lesbisch. „Das ist das perfide“, erklärt Kühn und schüttelt den Kopf.

Er steht zu seinem Leben mit Mann Thomas. Und hat – im Gegensatz zu seinem Namenskollegen Harald Kühn, der für die CSU im Nord- Landkreis antritt – überhaupt kein Problem damit, die Presse in den eigenen vier Wänden zu begrüßen. Auch wenn ihn der Vorschlag, zusammen Essen zuzubereiten, ein bisschen Bauchweh bereitet hat. Kochen ist die Leidenschaft seines Mannes, mit dem er seit 18 Jahren zusammen ist und seit 2011 in einer – wie es einst hieß – eingetragenen Partnerschaft lebt. „Damals musste man noch zum Notar gehen“, sagt der 35-Jährige im Vergleich zur heute möglichen „Ehe für alle“. Ein romantisches Fest mit Trauung ist deshalb etwas, das die beiden für ihre Zukunft planen.

Es ist seine erste Landtagskandidatur

Die Männer leben zusammen in einer Wohnung samt Garten und gemütlicher Terrassen-Lodge, haben in Bad Wiessee seit sieben Jahren ein Schuhgeschäft nur für Frauen und sind ebenso lange für die SPD aktiv. Kühn ist jemand, der Lust hat anzupacken. Deshalb sitzt er als Selbstständiger der Wiesseer Gewerbevereinigung vor. Deshalb hat er jungen Afghanen, die als unbegleitete Jugendliche in seiner Heimat gestrandet sind, Deutsch-Unterricht gegeben. Und deshalb hat er sich für ein politisches Engagement entschieden.

Schnell nach seinem Eintritt ging 2011 der Vorsitz des SPD-Ortsvereins an Kühn. Zwei Jahre später wurde er Vize-Chef im SPD-Unterbezirk Miesbach. Nun folgt seine erste Kandidatur für den Landtag. Vieles ist neu. Und je näher der Wahltermin am 14. Oktober rückt, umso voller wird der Kalender. Radio-Interviews und Termine im ganzen Oberland. Dank moderner Technik und kurzen Kommunikationswegen ist der südliche Landkreis Garmisch-Partenkirchen, der zu seinem Stimmbezirk 111 gehört, nicht so weit entfernt, wie es auf der Landkarte aussieht. „Da sind wir gut organisiert.“ Zudem sei Bad Wiessee wie auch der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein ähnlich stark frequentiertes Tourismus-Ziel. Auch für Kühn heißt es, das Auto am Wochenende lieber stehen zu lassen – oder ansonsten im Stau zu stehen.

Kein Problem mit privaten Einblicken

An solchen Tagen besucht er gern seine 79-jährige Mutter im Nachbarort und hilft ihr mit der Arbeit im großen Haus. Oder es geht mit Mann Thomas in die Berge, an den See und manchmal auch beides. Gemeinsam kochen steht eher weniger an. Deshalb war der Termin mit der Heimatzeitung für Kühn eine kleine Herausforderung. Was soll auf dem Speiseplan stehen? Was kann schon vorbereitet werden? Einiges, wie sich in der Kühnschen Küche zeigt. Nach drei Anrufen beim Partner im Schuhgeschäft – wie der Sozialdemokrat mit einem Schmunzeln verrät – bruzzelt das Sweet-Chili-Chicken schon im Ofen. Hähnchenschenkel, die mit Honig und süßer Asia-Soße bestrichen und später mit Weißwein und Öl abgelöscht werden. Mit auf dem Blech schmoren schwarze Oliven und Tomaten. Es duftete bereits herrlich, als es darum geht, die Vorspeise – kalte Gurkensuppe mit Joghurt – vorzubereiten. Eigentlich wollte er das leichte Sommer–essen auf der gemütlich eingerichteten Terrasse genießen. Doch das Wetter macht an diesem Tag einen Strich durch die Rechnung. Der schön gedeckte Esstisch im Wohnzimmer ist genauso einladend.

Ein Interview in der eigenen Wohnung zu geben, ist für Kühn genauso selbstverständlich, wie vieles aus seinem Leben öffentlich zu machen. Auf seinem Facebook-Profil gewährt er – genauso wie sein Mann Thomas – einige private Einblicke. „Das darf man schon sehen“, erklärt er und lächelt. Schließlich will er sein Leben als homosexueller Politiker nicht verstecken. Ganz im Gegenteil.

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