Der stolze Goaß’n-Vater: Adolf Sailer im Stall mit seinen „ältesten“ Lieblingen. Foto: Hannelore hässler

Der Landwirt und die 50 Geißlein

Mittenwald - Regelrechte Massengeburten haben sich auf der Mittenwalder "Goaß-Alm" ereignet. Dort erblickten zuletzt 50 Ziegen im Dreieinhalb-Stunden-Takt das Licht der Welt.

Die „Älteren“ sind gerade mal acht Tage alt, das Jüngste kam am Mittwoch kurz vor 15 Uhr auf die Welt. Der Mittenwalder Landwirt und Ziegenzüchter Adolf Sailer und seine Ehefrau Gabi sind derzeit mehr als ausgelastet. Seit einer Woche geht’s rund auf ihrem Hof an den Buckelwiesen.

„Bis jetzt sind’s an die 50. Die gleiche Anzahl erwarten wir noch in allernächster Zeit“, sagt der 51-jährige Isartaler. „Der Bock hat im August 2008 beim Decken jedenfalls beste Arbeit geleistet“, lacht der Herr von 111 Goaß'n.

Untergebracht sind die niedlichen Viecherl im Stall je nach Alter in drei geräumigen Boxen. „Bereits am ersten Tag – nach einmal Säugen – werden die Kitze von den Muttertieren getrennt. Dadurch geht die Entwöhnung schneller voran, und auch die Goaß hat ihr Kleines bald vergessen“, klärt Sailer auf. Zusammen mit seiner Frau übernimmt er die Aufzucht, erst mit der Flasche, „nach etwa einer Woche saufen sie die Milch dann bereits aus einer eigens vor ihrer Box angebrachten Rinne. Dabei lernen die kleineren von den größeren Kitzen, wie man am besten den Hunger stillt“.

Ende Mai ist es dann so weit: Weil die Familie Sailer nicht den gesamten Nachwuchs behalten kann, wird ein Teil der Jungziegen zum Verkauf angeboten und der Rest geschlachtet. Ihre „Mütter“ – sie alle haben lustige Namen wie „Einhorn“, „Mayday“, „Muh“ oder „Mäh“ – bereiten sich auf der Weide dann schon langsam wieder auf den Empfang ihre nächsten Kitze vor. Doch Vollblut-Landwirt Sailer hat sich auf seiner „Goaß-Alm“ langsam an diese Massengeburten gewöhnt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bewerbung als Chance: Kommt das UNESCO-Welterbe, gehen Wolf und Bär
Die Isartaler Kulturlandschaft soll UNESCO-Welterbe werden. Vor Jahren rief dieses Vorhaben noch gehörig Kritik auf den Plan. Mittlerweile haben die Almbauern erkannt, …
Bewerbung als Chance: Kommt das UNESCO-Welterbe, gehen Wolf und Bär

Kommentare