Gleicher Termin wieWeltcup im Kreisort

Langlauf-Mekka in den Ammergauer Alpen

Oberammergau - Bereits zum 37. Mal steigt am Wochenende 31. Januar/1. Februar der größte Volksskilanglauf Deutschlands in Oberammergau, wenn dort beim König-Ludwig-Langlauf 3000 Teilnehmer aus 30 Nationen an den Start gehen.

Es vergehen wenige Tage im Jahr, an denen Hans Reicherl (73) nicht in seinem Büro an der Passionswiese 5 anzutreffen ist: „Nach dem Rennen beginnen schon wieder die Vorbereitungen für’s nächste.“ Längst ist die gesamte Maschinerie der Organisation wieder angelaufen.

Terminlich fällt der „Luggi-Lauf“, wie er bei den Einheimischen heißt, heuer mit dem großen Ski-Weltcup-Wochenende in Garmisch-Partenkirchen zusammen. „Unglücklich, aber nicht zu ändern, zumindest nicht von unserer Seite aus“, erklärt dazu Hans Reicherl: „Unser Lauf ist Bestandteil der Euro- und Worldloppet-Rennserie, da stehen die Termine schon zwei Jahre im Voraus fest.“

Sorgen bereitet dem Team der Rennleitung um Thomas Nowak eher die geringe Schneeauflage. Täglich läuft seit geraumer Zeit dank der Kälte die Beschneiungsanlage an der Ettaler Mühle, wo mittlerweile ein bis zu vier Meter hoher Kunstschneeberg von der Größe eines halben Fußballplatzes entstanden ist; Reicherl: „Wir brauchen dieses Depot sehr notwendig. Auch wenn es nicht mehr schneien sollte, können wir den Läufern auf jeden Fall eine verkürzte Strecke anbieten. Indes hadert der OK-Chef schon etwas mit dem Wetter: „Früher hast du einfach nur walzen brauchen, und heut’, da ist oft nur grüne Wiese.“

Auch finanziell ist der König-Ludwig-Lauf ein gewaltiger Kraftakt: Man braucht Einnahmen von rund einer Viertel Million Euro, um über die Runden zu kommen, so groß sind die Ausgaben. Dank Sponsoren und gemeindlicher Unterstützung geht diese Rechnung tatsächlich jedes Jahr auf, sofern nichts Unvorhergesehenes passiert. „Hundertprozentig“ können sich Reicherl & Co. auf die vielen Helfer verlassen, die bei jedem Lauf zur Stelle sind: „Auch die Vereine machen immer mit“.

Wirtschaftlich ist der König-Ludwig-Lauf nicht nur für Oberammergau, sondern für das gesamte Ammertal eine große Zugnummer: Die Betten sind voll an diesem Wochenende mit Langlauf-Enthusiasten aus der ganzen Welt. Nutznießer sind insofern auch Gäste und Einheimische, die nach dem Lauf eine perfekt präparierte Loipe zwischen Oberammergau und dem Graswangtal vorfinden. Damit leiste das Langlauf-Spektakel auch seinen Beitrag für den Tourismus im Tal, wie Hans Reicherl hervorhebt. Vom ersten Lauf an ist der 73-Jährige mit dabei, und seit 31 Jahren mittlerweile auch Erster Vorstand: „Bis 100 mach’ ich’s sicher nicht mehr“, scherzt der OK-Chef. Aber bis dahin hat er ja noch ein paar Jährchen Zeit . . .

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