Sohn bedrängt: Absage nach Bedenkzeit

Langwierige Kandidatensuche bei der Feuerwehr findet ein Ende

Bad Kohlgrub - Aufatmen bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kohlgrub: Josef Mangold senior übernimmt noch einmal das Amt des Ersten Kommandanten.

Als Martin Lindauer vor sechs Jahren zum Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kohlgrub gewählt wurde, übernahm er dieses Amt von Josef Mangold senior. Am Montagabend ging es nun wieder zurück an den heute 50-Jährigen - weil sich keiner seiner vorgeschlagenen jungen Feuerwehrkameraden zur Wahl gestellt hatte.

„Ich mache das nur, weil ich verhindern möchte, dass einer zum Kommandanten bestimmt wird. Damit würden wir unsere Kameradschaft kaputt machen“, erklärte Josef Mangold unmittelbar vor der Wahl, zu der sich 43 Stimmberechtigte im Feuerwehrhaus eingefunden hatten. Und weiter sagte er: „Ich werde es auch nicht allein machen, sondern mit allen zusammen. Es geht nur in der Gemeinschaft“.

Nachdem ihn die anwesenden Kameraden einstimmig zu ihrem neuen Kommandanten gewählt hatten, stellte Josef Mangold senior einige Forderungen an Bürgermeister Gerald Tretter: Die Gemeinde müsse ihn als Kommandanten zeitlich entlasten, in dem sie Schreibarbeiten für ihn übernehme und ihm einen festen Ansprechpartner benenne, der bei Bedarf auch Telefonate für ihn führe.

Außerdem bat er das Gemeindeoberhaupt darum, zukünftig Mitarbeiter des örtlichen Bauhofs loszuschicken, um vermeintliche Ölspuren zu „beurteilen“. Es könne nicht sein, dass bei jedem fragwürdigen Fleck der Kommandant vor Ort sein müsse, um dann festzustellen, dass es sich lediglich um Kondenswasser oder andere unbedenkliche Flüssigkeiten handle - so wie es in der Vergangenheit mehrfach vorgekommen sei. Gerald Tretter, der die Wahl geleitet hatte, machte Mangold diese Zusagen, woraufhin dieser die Wahl dann annahm.

Stellvertretender Kommandant bleibt Maximilian Geisenhof, der jedoch betonte, dass er auch in sechs Jahren das Amt des Ersten Kommandanten nicht übernehmen wird. Dem vorausgegangen war der Versuch einiger jüngerer Wehrmänner, Josef Mangold junior zu überreden, zunächst als Stellvertretender Kommandant, dann - in sechs Jahren - als Kommandant zu kandidieren. Der 26-Jährige fühlte sich sichtlich unwohl in der Rolle des Bedrängten.

Deshalb betonte der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Martin Fritz junior: „Jeder muss noch frei entscheiden können“. Auch Maximilian Geisenhof brachte deutlich zum Ausdruck, dass er es nicht gut finde, „den Josef jetzt so unter Druck zu setzen“. Dieser teilte nach einer zehnminütigen Bedenkzeit mit, dass er nicht der Stellvertreter seines Vaters werden möchte.

Michaela Feldmann

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