Eine Idylle, die jäh gestört wurde: Den Fischbestand im Lauterbach wollte der 1. Münchner Angler Club mit Schnüren vor Kormoranen schützen. Unbekannte zerstörten sie, jetzt fordert der Club den Abschuss der Vögel. Foto: Schneider

Am Lauterbach: Unbekannte zerstören Kormoran-Abwehr

Oberau - Vermeintliche Tierschützer könnten dem Tierschutz einen Bärendienst erwiesen haben: Unbekannte zerstörten bei Oberau eine Schnur-Konstruktion gegen Kormorane, jetzt wird der Abschuss der Vögel gefordert.

Rund 15 Mitglieder des 1. Münchner Angler Clubs, der die Fischereirechte für das Gewässer bei Oberau besitzt, hatten erst im Dezember 2009 in mühevoller Arbeit feste Schnüre jeweils im Abstand von fünf Metern auf beiden Uferseiten über den Lauterbach gespannt, um die Fische dort vor Kormoranen zu schützen. „Diese Maßnahme erschien uns als letzte Rettung, da im vergangenen Winter eine große Zahl von Kormoranen den Fischbestand um 60 Prozent dezimiert hat“, erläutert der Vorsitzende Richard Kick.

Offenbar passte das einigen vermeintlichen Tierschützern nicht. Nur kurze Zeit später haben Unbekannte „die Seile zerschnitten sowie am Ufer stehende Weidepfähle herausgerissen und in den Bach geworfen“, berichtet Reinhard Dollrieß von der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen.

Obwohl die Täter bis dato nicht gefunden wurden, hegt Kick einen Verdacht: „An mehreren Tagen hintereinander waren Gruppen von bis zu 30 Personen an unserem Gewässer unterwegs“, gibt er Aussagen eines Zeugen wider. Diese Leute, die mit Autos aus München angereist sein sollen, hätten „Tierquäler“ und „Vögelmörder“ geschrien.

Neu errichten will der Club die Überspannung nicht. „Es ist zu befürchten, dass sie wieder zerstört wird.“ Kick sieht nur noch eine Möglichkeit: „Uns bleibt nichts anderes übrig, als bei der Regierung von Oberbayern den Abschuss zu fordern.“ (nine)

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