Lawinenhunde beweisen den richtigen Riecher

Garmisch-Partenkirchen - 15 Lawinenhundeführer der Bergwacht-Region Hochland trainieren derzeit unterhalb der Alpspitze mit ihren Vierbeinern, um für den Notfall gerüstet zu sein.

"Zwischen 40 und 50 Prozent der Skitourengeher tragen kein Suchgerät bei sich", erklärt Hans-Peter Gallenberger, Leiter der Hunderettungsstaffel Hochland . Daher sei der Hund häufig die einzige Möglichkeit einen Verunglückten in der Lawine zu finden.

"Für den Hund ist die Nasenarbeit im Schnee sehr anstrengend", erläutert Gallenberger. Als Lawinenhund bevorzugt der Bergwachtler Schäferhunde. Die weit verbreitete Annahme, dass die Experten hier Bernhardiner verwenden, sei falsch, weil diese viel zu schwer sind. Mit dem Training werde früh angefangen. "In den ersten acht bis zehn Wochen lernt der Hund, wo sein Platz ist." Gallenberger dessen Hund "Jeff" jetzt zehn Jahre alt ist, hat zu Hause bereits einen Welpen, der ­ so hofft sein Herr ­ nur das Beste vom Älteren annehmen wird. Für die Hundeerziehung sei Lob das Wichtigste: "Nur muss er das Lob sofort bekommen, sonst weiß ein Hund nicht, wofür er gelobt wurde." Bereits nach einem Jahr nimmt der zukünftige Rettungshund an der A-Prüfung teil. Er sucht dann zum ersten Mal in einem eng begrenzten Schneefeld und in geringer Tiefe nach einem Objekt mit Menschengeruch.

"Für die heutige Übung verwenden wir allerdings Hunde, die bereits die C-Prüfung bestanden haben, denn in dem Schneefeld dort drüben sind zwei Menschen in einer Tiefe von zwei Metern eingegraben." Die eigentliche Übung ist relativ kurz. Nachdem Gallenberger über Funk die Hundeführer angefordert hat, kommen Andreas Lipf (Bergwacht Garmisch-Partenkirchen) und Andreas Öckler (Bergwacht Rottach) mit ihren Hunden "Sina" und "Bärli" den Hang hinunter gefahren und bekommen genaue Instruktionen. Es handle sich um zwei Variantenfahrer, die außerhalb der Piste vor einer halben Stunde verschüttet wurden.

Während Lipf mit "Sina" seinen "Verunglückten" relativ schnell findet, hat Öckler Probleme, denn der Kameramann des Bayerischen Fernsehens steht, ohne dass er es weiß, auf dem vermeintlichen Opfer und lenkt "Bärli" so ab. Für Rolf Graich, der eine Stunde lang im Schnee eingegraben war, ist die Übung "reine Gewohnheitssache". Vorschriftsgemäß trug er ein Funkgerät, ein VS-Gerät und einen Wärmeschutz bei sich. Im Falle eines Lawinenabgangs empfiehlt der Bergwachtl-Mann Schwimmbewegungen, um möglichst nicht so tief unter den Schnee zu gelangen.

Gallenberger ist froh, "dass die Bedingungen heuer so gut sind". Denn im vergangenen Jahr konnte, aufgrund der geringen Schneelage erst im März und dann auf der Zugspitze trainiert werden. Die Region Hochland, die von Peiting bis Rosenheim reicht, absolviert mit der Hunderettungsstaffel ungefähr fünf bis zehn Einsätze im Jahr. Um schnell zum Einsatzort zu gelangen, werden Männer und Hunde nach Möglichkeit mit dem Hubschrauber zum Einsatzort geflogen.

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