Riesige Beton- und Leitungsteile sowie schwere Baumaschinen prägen seit ein paar Tagen das Bild Auf der Oh. foto: feldmann

Leitungen für eine Million Euro

Bad Kohlgrub - In Bad Kohlgrub wird mit schwerem Gerät an der Kanalisation gewerkelt: Nach Abschluss der Arbeiten wird der Ort über einen Ringwasserschluss verfügen.

Riesige Beton- und Leitungsteile sowie schwere Baumaschinen prägen seit ein paar Tagen das Bild Auf der Oh. Doch wer meint, dass das direkt mit dem neuen Baugebiet in Verlängerung der bereits bestehenden Straße zusammenhängt, der irrt. Vielmehr hat sich die Gemeinde aufgrund dieses Baugebiets dazu entschlossen, „die Trassenführung der Kanalleitungen zu ändern“, wie Bürgermeister Karl-Heinz Reichert auf Tagblatt-Anfrage erklärte.

Für die Häuser Auf der Oh und die geplanten Neubauten hätten die vorhandenen Rohre mit einem Durchmesser von 30 Zentimeter durchaus ausgereicht. „Wir hatten noch eine Hausaufgabe aus dem Kanalsanierungskonzept zu erledigen, welches die Grundlage für die wasserrechtliche Genehmigung des Kanalnetzes bildet“, sagt der Rathauschef. Weil der Kanal in der Badstraße oberhalb der Abzweigung Spenglerstraße zu klein sei, habe der Gemeinderat entschieden, Kanalleitungen mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern von der Spenglerstraße über das Neubaugebiet bis Auf der Oh zu verlegen, um die Entwässerung des darüber liegenden Gebietes“ zu gewährleisten. Die Bürger müssen nur für das 30-Zentimeter-Rohr zahlen, den Rest legt die Gemeinde drauf, weil wir uns mit der Trassenverlegung rund 50 000 Euro sparen“, erklärt Reichert.

Die Maßnahme Auf der Oh wird in etwa sechs Wochen fertig gestellt sein. Sie ist nur der erste von drei Bauabschnitten: Mit dem nächsten wird laut Reichert im Juni begonnen, der letzte folgt im Herbst. „Ich habe mich bewusst dazu entschieden, an der Saulgruber Straße und in der Badstraße zeitversetzt arbeiten zu lassen, weil ich nicht zwei zusätzliche Ampeln im Dorf haben möchte“, sagt er. Da parallel mit den Kanalleitungen auch die Wasserleitungen gewechselt werden, geht er davon aus, dass wir in diesem Bereich dann „40 Jahre Ruhe haben werden“.

Ein weiterer Aspekt des Leitungs-Austausches, der insgesamt eine Million Euro kostet: Der Ort verfügt dann über einen abgeschlossenen Ringwasserschluss. „Wenn es irgendwo zu einem Engpass aufgrund von Störungen kommt, können wir das Wasser von der anderen Seite zuleiten“, erklärt Reichert. Die Bewohner Auf der Oh haben noch einen weiteren Grund zur Freude: Im Zuge der aktuellen Arbeiten verlegt die Telekom Glasfaserkabel, die ihnen ein schnelles Internet bescheren.

fem

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ein Elektro-Auto für jedermann
Der Klimaschutz wird im Landkreis großgeschrieben – und durch viele Aktionen flankiert. Ein bemerkenswertes Projekt startet nächste Woche in Oberammergau: ein so …
Ein Elektro-Auto für jedermann
Gewerbeverband Garmisch-Partenkirchen: Schluss mit lustig
Es gärt schon seit Monaten im Gewerbeverband Garmisch-Partenkirchen und Umgebung. Jetzt ist das Fass übergelaufen. Große Teile des Vorstandes liegen über Kreuz mit dem …
Gewerbeverband Garmisch-Partenkirchen: Schluss mit lustig

Kommentare