Handwerker und Gläubiger vertröstet

Lügengerüst für ein Luxusleben: Betrügerin verhaftet

Landkreis - Sie hat gelogen und Dokumente gefälscht: Nun ist eine Frau aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen, die ihr luxuriöses Leben mit Betrügereien finanziert hat, verhaftet worden.

Bereits in der vergangenen Woche wurde der Haftbefehl vom Ermittlungsrichter der Staatsanwaltschaft München II unterschrieben. Jetzt hat die Polizei den ungewöhnlichen Fall der 51-Jährigen öffentlich gemacht. Die Kriminelle, die zuletzt in Oberammergau gelebt hat, täuschte ihre Geschäftspartner auf raffinierte Weise und erstand so ein Wohnhaus und drei Limousinen.

„Die Vorgehensweise der Frau war immer die gleiche“, erklärt Konrad Rutzinger von der Polizei. Sie habe in erster Linie durch die Vorlage von gefälschten Dokumenten Liquidität vorgetäuscht. Dass ihre Konten in Wirklichkeit leer waren, haben die geprellten Geschäftspartner erst später gemerkt. So erging es zum Beispiel dem Besitzer eines Wohnhauses im Werdenfelser Land, dem die Betrügerin eine Millionenerbschaft in den USA vorgaukelt hatte. Er erlaubte ihr sogar, nachdem er ein gefälschtes Schreiben einer amerikanischen Anwaltskanzlei gesehen hatte, vorzeitig in das Haus im Wert von 600 000 Euro einzuziehen. In dem lebte die Kriminelle zusammen mit ihrer Familie, ohne etwas gezahlt zu haben. „Letztendlich konnte eine notarielle Übereignung im letzten Moment gestoppt werden“, teilt Rutzinger mit, „da keine Zahlungen eingingen und der Schwindel aufflog.“ Kurz zuvor ließ die Landkreis-Bürgerin Handwerker noch Um- und Einbauarbeiten verrichten. Gezahlt hat sie dafür nicht: Rechnungen wurden ignoriert und Gläubiger mit gefälschten Zahlungsbelegen vertröstet.

Auf sein Geld hat in diesem Sommer auch ein Autohändler in der Region vergeblich gewartet. Bei ihm war es der Betrügerin gelungen, einen Kaufvertrag für einen Mercedes 350 CDI im Wert von über 60 000 Euro abzuschließen. Sie fuhr die teure Limousine dann auch - so lange, bis der Autohändler nach Polizeiangaben das Spiel durchschaute. „Im Rahmen einer fingierten Tauschaktion konnte da Fahrzeug wieder erlangt werden“, teilt die Polizei mit, die für detaillierte Informationen gestern jedoch nicht zu Verfügung stand.

So oder so: Trotz des aufgelogenen Betrugs verschaffte sich die Frau kurze Zeit später zwei weitere Luxus-Fahrzeuge. In Autohäusern in Nürnberg und Heilbronn „erstand“ sie zwei Audi RS 6 im Wert von jeweils 90 000 Euro. Die beiden Autos hat die Kripo Garmisch-Partenkirchen mittlerweile sichergestellt und den eigentlichen Besitzern zurückgeben.

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