+
Zwei Marias: Ursula Burkhart (l.) und Andrea Hecht.

Maria-Darstellerin Burkhart: "Jetzt bin ich im richtigen Alter für diese Rolle."

Oberammergau - Ursula Burkhart und Andrea Hecht spielen zum wiederholten Male die Gottesmutter.

Als Willi Häßler mit Engelsgeduld den Namen der ersten Maria-Darstellerin an die Tafel schreibt, rutscht Ursula Burkhart „das Herz in die Hose. Mein erster Gedanke war: Ich bin rausgeflogen“, erzählt sie rückblickend. Häßler ist gerade erst bei „And“, da jubelt eine Zuschauerin schon auf: „Das ist die Hecht Andrea.“ Da es keine Erst- und Zweitbestzung für die Rollen gibt, notiert Häßler die Namen nach dem Alphabet – „das war’s für mich“, glaubt Burkhard deswegen. Bis der 78-Jährige noch mal auf seinen Spickzettel schaut, kurz stutzt und dem Publikum deutet, dass ihm ein Dreher passiert war. Er setzt zum zweiten Namen an: Da erscheint auch Burkharts Name. Endlich.

Hecht und Burkhart eint nicht nur die gemeinsame Rolle: Beide haben dunkle Haare, braume Augen, sind jeweils 47 Jahre alt. Nachdem sie die ersten Glückwünsche entgegengenommen haben, stehen die zwei Frauen nebeneinander und tippen in ihre Handys eine Kurzmitteilung, um die gute Nachricht an Freunde und Verwandte zu schicken. Und sie haben beide schon die Maria in der Passion gespielt. Hecht, die als Holzbildhauerin und Kauffrau arbeitet, trat 2000 als Gottesmutter auf und erinnert sich noch gut an den letzten Spieltag vor zehn Jahren. Damals, als sie sich quasi selbst ein Gelübde auferlegte: „Ich habe mir gedacht: Das tu’ ich mir nie wieder an“, sagt sie mit einem Lächeln. Druck, Aufregung, die viele Arbeit: Das geht nicht spurlos an einem vorüber. Leid und Leidenschaft „liegen da nah beieinander“. Doch letztere überwiegt – und daher auch der Drang, wieder mitzuspielen. Was sie dafür in Kauf nimmt, wurde ihr diese Woche bewusst, als die Bekanntgabe der Spieler immer näher rückte. „Die vergangenen Tage waren sehr, sehr aufregend“, betont Hecht. „Jedes aufmunternde Wort hat mich noch nervöser gemacht.“ Abends sei sie immer ausgegangen, um keines der neusten Gerüchte zu verpassen.

Richtig schlimm wurde das Herzklopfen Samstagvormittag: Während des vorangehenden Gottesdienstes im Passionstheater „zitterte ich so heftig, dass die ganze Bank wackelte“. Auch Burkhart „war ganz schön nervös“. Fast wie bei Lampenfieber, das sie als hauptberufliche Schauspielerin kennt. In der Passion 2000 war sie als Magdalena zu sehen, 1984 sowie 1990 als Maria. Sie nochmal verkörpern zu dürfen, sieht Burkhart als Chance: „Ich profitiere jetzt von einem größeren Erfahrungsschatz.“ Sie will versuchen, „alles reinzupacken, was geht“, erklärt sie. „Jetzt bin ich im richtigen Alter für diese Rolle.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Appell an die Jagdbehörde: Nur Notzeitfütterung kann Leid der Tiere lindern
Mit einem emotionalen Aufruf hat Tessy Lödermann die Untere Jagdbehörde gebeten, dringend auf die Notzeitfütterung für Wildtiere hinzuweisen. Sie vermutet aktuell ein …
Appell an die Jagdbehörde: Nur Notzeitfütterung kann Leid der Tiere lindern
Züge wurden abgezogen: Pro Bahn übt Kritik
Der Fahrgastverband Pro Bahn übt scharfe Kritik wegen einer Änderung auf der Werdenfelsbahn. Es geht um den Abzug zweier Zuggarnituren. Stattdessen ist ein alter …
Züge wurden abgezogen: Pro Bahn übt Kritik
Nicht nur schaufeln, auch essen ist wichtig: Kliniken versorgten Katastrophenfall-Einsatzkräfte 
Über 500 Helfer des BRK und der Bergwachten waren im Einsatz, um den Schneemassen Herr zu werden. Diese mussten auch mit Essen versorgt werden.  Hilfe gab es von den …
Nicht nur schaufeln, auch essen ist wichtig: Kliniken versorgten Katastrophenfall-Einsatzkräfte 

Kommentare