Finden Hilfe in „Karlas Hospital“: afghanische Mütter mit ihren brandverletzten Kindern. foto: fkn

Marktlauf: Gymnasiasten bringen Hilfe in Gang

Murnau - Die Aktion ist vorbildlich:Schüler des Staffelsee-Gymnasiums organisieren den dritten Murnauer Marktlauf am 10. Juli. Der Erlös fließt an das Chak-e-Wardark-Hospital in Aghanistan.

Karla Schefter ist eine bewundernswerte Frau“ , sagt Carolin Zieringer, Pressesprecherin der Arbeitsgruppe Projektmanagement am Staffelsee-Gymnasium, die den Integrativen Murnauer Marktlauf auf die Beine stellt. „Sie hat in Afghanistan in Eigenregie ein Krankenhaus aufgebaut, in dem mittlerweile 86 000 Patienten pro Jahr behandelt werden.“

Eine Verbindung zu Murnau ist schnell hergestellt. Jeder kenne Richard Weber, der in der Fußgängerzone immer wieder mit seiner Peace-Flagge für „Karlas Hospital“ sammle, erklärt Zieringer. Die AG Projektmanagement habe beschlossen, den gesamten Erlös des dritten Marktlaufs am 10. Juli (ab 13.30 Uhr im Ortstzentrum) an dieses „viel gelobte und doch zu wenig geförderte Projekt zu spenden“.

Um die Murnauer bereits im Vorfeld mit diesem karitativen Zweck vertraut zu machen, haben die Schüler kurzerhand Karla Schefter selbst nach Murnau geholt. Am Donnerstag, 1. Juli, wird die engagierte ehemalige OP-Schwester aus Dortmund um 19 Uhr in der Aula des Staffelsee-Gymnasiums einen Vortrag über ihre Arbeit in Afghanistan halten.

Angefangen hatte alles mit einer Reise von mehreren Ärzten und der damals noch jungen Schwester Karla. Es ging darum, unter schlechtesten Bedingungen ärztliche Hilfe zu leisten. Die Menschen „starben uns dort einfach unter den Fingern weg“, hatte Schefter bei einem der vorangegangenen Deutschlandbesuche erzählt.

Es sollte aber nicht ihr einziger Einsatz in Afghanistan bleiben. Irgendwann entschied Schefter, in der Provinz Chak-e-Wardak, einer der ärmsten dieses Landes, ein Hospital zu gründen. Viele Afghanen arbeiten dort, und für 500 000 Menschen ist „Karlas Hospital“ die einzige medizinische Anlaufsstelle überhaupt.

In den Wintern übernimmt das Hospital außerdem den Schulunterricht, Frauen werden dort zu Hebammen und Krankenschwestern ausgebildet. Auch ein Impfzentrum ist im Laufe der siebenjährigen Bauphase dort entstanden.

Die mittlerweile 68-jährige Schefter, die bereits zweimal das Bundesverdienstkreuz und auch das Spendensiegel für die Transparenz bei der Verwendung der Gelder erhalten hat, verfährt nach ihrem Leitsatz: „Über jeden Berg gibt es einen Weg.“ Dennoch weiß sie am Ende eines jeden Jahres nicht, wie lange es noch weitergeht. Die Kosten des Hospitals werden zu 95 Prozent aus Spendengeldern gedeckt. Um so wichtiger sind für sie deshalb soziale Projekte wie der Integrative Murnauer Marktlauf, die mit ihren Erlösen ihr Hospital unterstützen wollen.

„Sowohl die Einnahmen aus den Startgeldern des dritten Marktlaufes am 10. Juli als auch der Erlös aus der großen Tombola, die im Rahmen des Begleitprogramms angeboten wird, sollen in voller Höhe an Karla Schefter übergeben werden“, betont AG-Sprecherin Zieringer.

Auch interessant

Kommentare