Bagger in Aktion: Der Ausbau der Dr.-Seitz-Straße kommt gut voran. Foto: Lory
+
Bagger in Aktion: Der Ausbau der Dr.-Seitz-Straße kommt gut voran. Foto: Lory

Marode Leitungen in neuer Straße?

Murnau - Der Ausbau der Dr.-Seitz-Straße kommt voran. Allerdings kritisieren Beteiligte, dass die Telekom alte Leitungen nicht erneuern wolle. Die Kabel seien voll in Ordnung, entgegnet diese.

Der Hauptkanal fürs Regenwasser ist fast fertig gelegt, auch die neuen Trinkwasser-Leitungen sind zu zwei Dritteln eingebaut. Doch diese Arbeiten gehen der eigentlichen Straßensanierung nur voraus.

Die Dr.-Seitz-Straße ist die zweite Strecke auf Gemeinde-Gebiet, die voll ausgebaut wird. Dies bedeutet, dass die Anlieger 90 Prozent der Kosten schultern müssen. Die Ausgaben für den Kanal und die Wasser-Leitungen (190 000 Euro) werden über die Gebühren finanziert.

Doch es gibt Ärger um die Telekom-Leitungen. Gemeinde, Baufirma und Anwohner beklagen, dass der Konzern seine Kabel nicht auswechseln wolle. Diese seien alt und verrostet, heißt es unisono. Es kam bereits zu Problemen. „Wenn man die Leitungen bewegt, geht der Bleimantel kaputt. Es dringt Wasser in die Leitungen ein, und dann kommt es zum Kurzschluss“, erklärt Polier Xaver Jocher von der Schongauer Baufirma Haseitl. In mehreren Fällen hätten Anwohner keine Telefonverbindung mehr gehabt.

„Wenn eine Straße aufgerissen wird, ist es üblich, nachzuschauen in welchem Zustand die Leitungen sind“, unterstreicht der technische Werkleiter der Gemeindewerke, Helmut Hackl. Die Telekom habe jedoch nicht an Vorgesprächen teilgenommen. Man habe nachgehakt, was aber bisher nicht fruchtete. „Wir können rechtlich nichts machen, nur appellieren“, sagt Hackl. Es sei auch nicht möglich, für die Telekom Kabel zu verlegen. Im Interesse der Marktgemeinde liege es indes nicht, dass die neue Straße schon bald wieder aufgerissen wird, weil eine defekte Leitung ausgetauscht werden muss.

Die Telekom weist die Vorwürfe zurück. Die Leitungen „unter der Dr.-Seitz-Straße sind voll funktionstüchtig“, sagt Sprecherin Cordelia Hiller. Deswegen sehe ihr Unternehmen keine Veranlassung, die Kabel auszutauschen. „Was unserer Meinung nach allerdings durchaus sinnvoll wäre, ist die Verlegung eines Leerrohres. Dies hätte den Vorteil, dass man die Straße nicht mehr aufgraben muss, wenn hier etwa mal DSL ausgebaut wird oder Kabel gestört sind.“ Die Telekom habe der Kommune angeboten, das Leerrohr jetzt im Zuge der Straßenerneuerung mitzuverlegen. „Das wurde leider abgelehnt“, erklärt Hiller.

Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, die Leerrohre der Telekom einzubauen, entgegnet Hackl. „Außerdem ist damit das Problem der Hausanschlüsse noch nicht erledigt.“

Massive Kritik kommt derweil von den Anwohnern. „Wir sind entsetzt, dass nichts passiert“, betont Wilfried Zehnter als Vertreter der Interessengemeinschaft Dr.-Seitz-Straße. Er befürchtet einen „Fleckerlteppich“, wenn die Straße später an der einen oder anderen Stelle wieder aufgerissen werden muss.

Mit dem generellen Ablauf der Sanierung zeigen sich die Anwohner sehr zufrieden: "Es wird sauber, schnell und sehr professionell gearbeitet“, betont Zehnter.

Auch interessant

Kommentare