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Abi-Stress: Eine angeblich zu schwierige Prüfung im Fach Mathematik sorgt für Diskussionen.  

Reaktionen auf die Petition

Mathe-Abitur zu schwer? Das sagen die Direktoren im Landkreis

War die Abiturprüfung im Fach Mathematik in diesem Jahr zu schwierig? Die Initiatoren einer Internet-Petition sind davon überzeugt. Eine heimische Schülerin spricht von „knackigen“ Aufgaben. 

Landkreis – „Keinen Kopf“ sollten sich die Schülerinnen des Garmisch-Partenkirchner St.-Irmengard-Gymnasiums wegen der langen Textaufgaben in ihrer Mathe-Abiturprüfung machen. Das hätten die Lehrer ihnen gleich zu Beginn mit auf den Weg gegeben, berichtet Lena Büsch. Die 18-Jährige nahm am vergangenen Freitag an der Prüfung teil, die wegen ihres angeblich zu hohen Schwierigkeitsgrads jetzt für Diskussionen sorgt.

Landesweit haben die Aufgaben bei bayerischen Schülern so großen Unmut hervorgerufen, dass sie im Internet eine am Montagnachmittag bereits von 58 000 Menschen unterstützte Petition starteten. Ziel der Eingabe ist, dass das Kultusministerium den Notenschlüssel anpasst.

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„Knackig“ waren Büsch zufolge die Aufgaben im sogenannten B-Teil. „Analysis ging noch“, erzählt sie. Doch bei Geometrie und Stochastik habe sie sich immer wieder einlesen müssen. Mit der Zeit sei sie nur ausgekommen, weil sie manche Aufgaben nicht habe lösen können. Zur Vorbereitung habe sie Klausuren aus den vergangenen Jahren bearbeitet. „Mein Eindruck ist, dass die Prüfung schwieriger geworden ist“, sagt Büsch. Allerdings räumt sie auch ein, dass Mathe nicht zur ihren stärksten Fächern gehöre.

Hohe „Textlastigkeit“ zu erkennen gewesen

Otmar Würl, Leiter des Mädchen-Gymnasiums, ist überzeugt: „Wenn die Ergebnisse sichtbar abweichen, wird das Kultusministerium eingreifen.“ Bis die Resultate vorliegen, wird es dem Schulleiter zufolge aber wohl noch eine Weile dauern. „Wir haben 1000 Mathe-Seiten zu korrigieren. Das geht nicht mal eben so“, gibt Würl zu bedenken. Mit Blick auf den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben räumt er ein, dass bei einigen eine hohe „Textlastigkeit“ erkennbar gewesen sei. „Aber auch nicht so, dass Schrecken ausgebrochen wäre.“

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Manche Aufgaben seien relativ einfach, andere „zum Denken“ gewesen, bilanziert Christoph Hagenauer, der stellvertretende Leiter des Garmisch-Partenkirchner Werdenfels-Gymnasiums. Der Erfolg der Petition überzeugt ihn kaum. „Sie ist nicht repräsentativ“, merkt er an. In Zeiten von sozialen Medien könnten sich Schüler eben im Internet vernetzen. An seiner Schule seien die meisten Abiturienten mit der für die Prüfung vorgesehenen Zeit ausgekommen. Aufregung habe es wegen der Aufgaben jedenfalls keine gegeben.

Josef Holzmann, Direktor des Murnauer Staffelsee-Gymnasiums, berichtet von einer Lehrerkonferenz, die er wegen der Matheprüfung eigens einberufen habe. „Unisono“ seien sich seine Kollegen dabei einig gewesen, dass die Kritik an der Prüfung „nicht nachvollziehbar“ sei und die Aufgaben „machbar“ gewesen seien. Die Lehrer hätten sogar die Möglichkeit gehabt, im Vorfeld der Prüfung zwischen mehreren Aufgaben auszuwählen und die komplexeren von ihnen zu streichen.

 SVEN WESTBROCK

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