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Sicherheitsbericht vorgestellt

Mehr Unfälle und Straftaten im Landkreis

Landkreis - Polizeipräsident Robert Kopp präsentiert die Bilanz für 2015 für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Positiver Aspekt: Es gab viel weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahr.

Seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln beobachtet die Polizei deutschlandweit eine Tendenz bei den Bürgern: „Die Schere zwischen tatsächlicher Sicherheit und gefühlter Sicherheit geht auseinander“, sagt Robert Kopp. Das ist im Zuständigkeitsbereich des Polizei-Präsidenten von Oberbayern-Süd nicht anders. Die Beamten wollen der Angst der Menschen mit verstärkter Präsenz entgegentreten. Weil es keinen Grund dafür gebe. Mit Zahlen lässt sich dies aber diesmal schwieriger belegen. Denn die Sicherheitsbilanz für 2015, die Kopp im Landratsamt vorgestellt hat, ist anders als in den Vorjahren. Der G7-Gipfel und der damit verbundene Großeinsatz für die Polizei im Landkreis Garmisch-Partenkirchen stellt sie genauso auf den Kopf wie die Flüchtlingskrise. Allein die illegalen Grenzübertritte im gesamten Präsidialbereich – zu dem neun Landkreis gehören – lassen die Fallzahlen praktisch explodieren: Von 63 996 im Jahr 2014 auf 98 346 im vergangenen Jahr. Bereinigt man die Liste um die Verstöße gegen das Asylverfahrensgesetz sieht es gleich besser aus: Dann lagen nur zwischen Schongau und Berchtesgaden nur 48 408 Straftaten vor. Was einem Rückgang von sechs Prozent entspricht.

So gut fällt die Bilanz für den Landkreis nicht aus: 2015 gab es zwischen Staffelsee und Karwendel insgesamt 4102 Straftaten – 85 mehr als noch 2014. Davon wurden 66,3 Prozent aufgeklärt. Das es besser geht, zeigen die Beamten im Landkreis Rosenheim, die es auf 90,7 Prozent bringen. Im Berchtesgadener Land werden sogar 94,8 Prozent erreicht. Als „sehr besorgniserregend“ bezeichnete Landrat Anton Speer (Freie Wähler) bei der Präsentation den Blick in die Unfallstatistik: Denn es gab 2589 Verkehrsunfälle – zehn Prozent mehr als im Vorjahr – mit 521 Verletzten und sechs Toten. Bei den Straftaten sahen sich die Beamten mit 1031 Fällen am häufigsten mit Diebstahl konfrontiert. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent zurückgegangen. Um ganze 51,7 Prozent hat sich die Häufigkeit von Wohnungseinbrüchen reduziert: Davon gab es 31 im Kreis. Deutschlandweit ist die Zahl, wie berichtet, im vergangenen Jahr gestiegen. „Mit Ausnahme vom Freistaat“, wie Kopp betonte. Dennoch sei die Angst vor Dieben in den eigenen vier Wänden groß. Und Polizeipräsenz wichtig.

 Wie diese mit der nicht idealen Personaldecke geschaffen wird, darüber wollte Kopp nicht besonders gern reden. Über die schlechten Zahlen, die von Politikern immer wieder moniert werden – in Garmisch-Partenkirchen fehlen über 20 Soll-Stellen – auch nicht. Nur so viel: „Wir haben sehr, sehr viel Arbeit.“ Und dies werde Kopp auch bei Gesprächen im Innenministerium betonen. Grundsätzlich sollen den Polizisten vor Ort mehr Freiräume geschaffen werden: zum Beispiel durch die Verringerung von Bürokratiepflichten am Schreibtisch. Auf diese Weise werde Zeit für wichtigere Aufgaben frei. „Wir haben es aber auch bis jetzt“, sagt Kopp mit Blick auf die Sicherheitslage im Landkreis, „sehr gut hinbekommen“.

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