Eine Rundum-Renovierung steht diesen Wohnungen an der Gebirgspionierstraße im nächsten Jahr bevor. foto: kunz

Miete steigt nach Sanierung

Mittenwald - Viele Mieter haben es befürchtet: Die geplante Renovierung von 270 Wohnungen an der Gebirgspionierstraße bleibt nicht ohne Folgen. Nach der Sanierung steigt die Miete um 70 Cent pro Quadratmeter.

Der Zettel, der bei den zirka 500 Mietern der Wohnungen an der Gebirgspionierstraße 1 bis 15, 16 bis 62, 17 bis 31 und 64 bis 72 in Mittenwald vor einigen Tagen im Briefkasten lag, wird ihnen Magenschmerzen bereiten. Denn die Pläne zur energetischen Sanierung der Häuser, die bei der im Schreiben angekündigten Mieterversammlung vorgestellt werden, bleiben für die Bewohner nicht folgenlos.

„In den sanierten Wohnungen ist mit einer Mieterhöhung zu rechnen“, kündigt Thomas Busch, Kommunikationsleiter bei der Colonia Real Estate (CRE) an. Die Juniorpartnerin der US-Bank Merill Lynch steht hinter dem Luxemburger Unternehmen „MLAnna Real Estate S.e.c.s“, die die Wohnblocks Anfang dieses Jahres gekauft hatte (wir berichteten). Die Mehrkosten für die Mieter kann Busch schon beziffern: „Für Bundeswehr-Bedienstete steigt der Satz von 4,80 auf 5,50 Euro pro Quadratmeter.“ Das gilt für 60 Prozent, also fast 300 Bewohner. „Fremdmieter“ zahlen dann 6,30 statt 5,60 Euro. Bei einer Wohnung mit 70 Quadratmetern stiege damit der monatliche Betrag von 392 auf 441 Euro.

Damit haben sich die Befürchtungen der Bewohner bestätigt, die sie nach dem Verkauf äußerten. „Das ist keine Mieterhöhung ohne Gegenleistung“, entgegnet Busch. Durch die Sanierung, die im Frühjahr 2010 beginnen und bis 2012 dauern soll, könnten die Bewohner Energiekosten sparen. Von bis zu 40 Prozent weniger Verbrauch ist in einer Pressemitteilung der CRE die Rede. Dafür plant das Unternehmen den Austausch der Fenster und eine Wärmedämmung der Häuserfassaden. Zudem sollen die Keller- und Dachgeschossdecken erneuert werden. „Das Gesamtvolumen beträgt 10,7 Millionen Euro“, nennt der Kommunikationsleiter erste Zahlen. Rund fünf Millionen davon zahlt der Bund. Dafür hat er sich nach Aussagen von Busch ein Besetzungsrecht bis zum Jahr 2042 gesichert. Das heißt konkret, dass die Wohnungen für Angestellte der Bundeswehr zur Verfügung stehen.

Zudem haben die Mieter die Möglichkeit, ihre Wohnung je nach Bedarf sanieren zu lassen. „Das ist dann ein Wunschkonzert, das bezahlt werden muss“, verdeutlicht Busch. In Einzelgesprächen klären Mitarbeiter der CRE, ob die Bewohner neue Elektroinstallationen oder Sanitäreinrichtungen wollen. Wer etwas mehr Komfort wünscht, kann das Bad neu fliesen und neue Böden verlegen lassen. Jede dieser Maßnahmen ist mit 0,7 bis 12 Cent mehr pro Quadratmeter veranschlagt. Busch hofft, dass sich viele Firmen aus der Region bei der bundesweiten Ausschreibung bewerben, die bei Projekten mit Bundesbeteiligung nötig ist.

Andere Ängste der Mieter räumt Busch aus dem Weg: „Von unserer Seite bestehen keine Planungen, die Wohnungen einfach auf den freien Markt zu werfen. Das ist eine sichere Sache für uns und die Mieter.“ Gerüchte über die ungewisse Zukunft der Immobilien waren ebenfalls laut geworden, nachdem das Luxemburger Unternehmen die Häuser gekauft hatte. (nine)

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