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60 Millionen Euro für Werdenfelser Zugverbindung

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Landkreis - Eine stattliche Summe: 59,4 Millionen Euro sollen bis 2013 für die Bahnstrecke ins Werdenfelser Land fließen. Einen Grund zum Jubeln sieht der Fahrgastverband „Pro Bahn“ nicht.

Es ist schon einiges passiert, um die Zugverbindung ins Werdenfelser Land zu modernisieren. Über 40 Millionen Euro kosten die bislang angestoßenen Projekte. Sie werden zum Großteil aus Bundesmitteln finanziert, den Rest stemmen der Freistaat und die Deutsche Bahn.

Und sie investieren weiter: Knappe 20 Millionen Euro sollen bis Ende 2013, wenn ein neuer Fahrplan in Kraft tritt, in die Strecke fließen. Damit kostet die Verbesserung der Bahnverbindung zwischen München und Garmisch-Partenkirchen insgesamt 59,4 Millionen Euro. Diese konkrete Summe sowie einen fixen Zeitplan nennt nun Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber (CSU) nach Gesprächen mit Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Bachhuber spricht von einer „neuen Zeitrechnung“, die im Dezember 2013 beim Zugverkehr im Werdenfelser Land beginne.

So euphorisch klingt Norbert Moy vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ nicht. "Das ist keine besondere Gnade und kein Grund, sich auf die Schultern zu klopfen, sondern einfach dringend notwendig“. Manche Leitungen auf der Strecke seien 80 Jahre alt.

Geplant ist, bis Dezember 2013 die Bahnsteige in Bad Kohlgrub, Ober- und Unterammergau neu zu bauen (insgesamt 1,1 Millionen Euro), die Bahnhöfe Tutzing und Ohlstadt barrierefrei zu gestalten (zusammen 11,1 Millionen Euro), die Geschwindigkeit an der Moorüberquerung bei Ohlstadt anzuheben (4,5 Millionen Euro) und die Weichenverbindung in Unterzeismering zu schaffen (1,4 Millionen Euro, die für die Werdenfelser Verbindung von Bedeutung ist.

Aber ungeachtet dessen bleiben für Moy einige Baustellen offen. Vor allem den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke hält er für zwingend erforderlich. Denn das neue Konzept für den Winterfahrplan ab 2013 empfindet er auf der eingleisigen Strecke als „sehr anspruchsvoll“ in Bezug auf technische Voraussetzungen. Der zweigleisige Ausbau war immer wieder in Zusammenhang mit der Olympia-Bewerbung ein Thema. Nachdem Südkorea die Winterspiele 2018 ausrichtet, weiß Moy, dass der Ausbau „in weite Ferne gerückt ist“.

Auch auf der Bahnstrecke ins Ammertal sieht der „Pro Bahn“-Vertreter Verbesserungsbedarf. Er hätte sich gewünscht, dass die Züge in Altenau statt in Bad Kohlgrub kreuzen. „Damit wäre die Verbindung zwischen Murnau und Oberammergau wesentlich schneller gewesen.“

Doch Bachhuber hat noch ein Schmankerl für die Werdenfelser: Auch die Strecke von Garmisch-Partenkirchen ins Außerfern soll schneller werden. Dafür liege aber „noch keine exakte Kostenschätzung“ vor.

Janine Tokarski

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