1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Lkr. Garmisch-Partenkirchen

Miriam Gössner schreibt Skiclub-Geschichte

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Silberne Strahlefrauen: Miriam Gössner (2.v.r.) mit ihren Staffelkolleginnen (v.l.) Katrin Zeller und Evi Sachenbacher-Stehle sowie Claudia Nystad (r.). 
          Foto: dpa
Silberne Strahlefrauen: Miriam Gössner (2.v.r.) mit ihren Staffelkolleginnen (v.l.) Katrin Zeller und Evi Sachenbacher-Stehle sowie Claudia Nystad (r.). Foto: dpa

Garmisch-Partenkirchen - Miriam Gössner hat mit Silber in der Langlauf-Staffel Geschichte geschrieben. Sie gewann die erste Olympia-Medaille für den Skiclub Garmisch seit Mirl Buchner 1952 in Oslo.

Es war eine lange und aufregende Nacht bei den Gössners. Die ganze Familie und ein paar Freunde hatten sich getroffen, um der langlaufenden Biathletin Miriam im olympischen Staffel-Rennen die Daumen zu drücken. Es war ein Abend „voller Spannung“, sagt der stolze Vater Joachim. Dass seine Tochter nun mit der Silbermedaille geschmückt nach Hause zurückkommt, findet er „nicht unglaublich, aber einfach faszinierend“. Während alle anderen nach dem Wettkampf glücklich ins Bett gegangen sind, hat er aber noch bis in die frühen Morgenstunden vor dem TV ausgeharrt – die Siegerehrung wollte er nicht verpassen.

Seine Gemahlin Liv dagegen verpasste die Medaillenzeremonie auf dem Medals Plaza, die für sie vielleicht sogar noch ein bisschen bewegender gewesen wäre. Im Überschwang der Gefühle sang Miriam Gössner nämlich sogar die Hymne der siegreichen Norwegerinnen mit und verblüffte damit nicht nur ihre Teamkolleginnen. Für Joachim Gössner war das allerdings keine große Überraschung. Seine Frau ist schließlich Norwegerin und die Tochter zweisprachig aufgewachsen. „Die Miriam ist einfach so spontan“, sagt er schmunzelnd.

Gerade diese Spontanität und Unbekümmertheit ist das, was dieses 19-jährige Energiebündel auch in der Loipe auszeichnet. Zu beobachten am Donnerstagabend, als sie mit einer couragierten Aufholjagd den Grundstein für den Erfolg des deutschen Quartetts legte. Es war fast eine Kopie des Silberlaufs beim WM-Staffelrennen 2009 in Liberec. Auch für Peter Fischer, Vorsitzender bei Gössners Klub SC Garmisch. „Was sie geleistet hat, ist Wahnsinn“, schwärmt er. Und so nebenbei hat die derzeit erfolgreichste Sportlerin auch ein großes Kapitel Skiclub-Historie geschrieben: Sie hat die erste Olympia-Medaille für den Traditionsverein gewonnen seit 1952. Damals gewann Annemarie „Mirl“ Buchner in Oslo Abfahrts-Silber sowie Bronze in Riesenslalom und Slalom.

Wobei, überraschend kommt der Erfolg für Fischer nicht. In weiser Vorraussicht – oder wie er sagt: „in Hoffnung und mit Überzeugung“ – hatte er bereits vor dem Wettkampf die Glückwunsch-Tafeln am Ortseingang von Garmisch-Partenkirchen in Auftrag gegeben. Und einen rauschenden Empfang wird ihr der Klub ebenfalls bereiten. Am Mittwoch, denn tags darauf muss Gössner schon wieder weiter zum nächsten Weltcup in Lahti. (lxs)

Auch interessant

Kommentare