Mittenwald bereitet sich auf "24. Gamsbart-Olympiade" vor

Mittenwald - Am 12. Oktober ist es soweit: Dann findet in der Marktgemeinde im Oberen Isartal das große Treffen der Gamsbart-Binder statt.

Als sich vor zwei Jahren im oberbayerische Sixdorf die Gelegenheit bot, konnte Hans Schobert sie sich nicht entgehen lassen. Mittenwald bewarb sich als Ausrichter für die "24. Gamsbart-Olympiade" und bekam den Zuschlag. Berchtesgaden, das seit 1960 im zweijährigen Wechsel mit Bad Goisern (Österreich) - dem Geburtsort der Veranstaltung - die Olympiade ausrichtete, hatte sich aus finanziellen und Altersgründen aus der Organisation zurückgezogen.

"Wir haben uns gegen große Konkurrenz aus München und dem Bayerischen Wald durchgesetzt", erinnert sich Schober. "Das hat mich schon sehr gefreut." Die Begeisterung ist verständlich, schließlich gehört er seit Jahren zu den Besten seines Faches. Fünfmal stellte sich Schober schon dem Urteil der Jury. Einmal wurde er Zweiter, viermal entschied er den Wettbewerb für sich.

"Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen", freut sich Bürgermeister Adolf Hornsteiner über die prompte Zusage seines Vorgängers Hermann Salminger. "Ich bin überzeugt, das wird eine einmalige Veranstaltung, wie es sie bei uns in der Region noch nie gegeben hat." Und er ist überzeugt, dass "wir den richtigen Olympischen Spielen in nichts nachstehen werden. Im Gegenteil: Bei uns läuft alles zu 100 Prozent dopingfrei ab". Eingebettet ist der Wettbewerb in die "10. Ganghofer-Hubertuswoche", die vom 4. bis 12. Oktober im benachbarten Leutasch stattfindet.

Ob sich die "Gamsbart-Olympiade" auch in Mittenwald langfristig etabliert, bleibt abzuwarten. "Jetzt machen wir erst einmal den ersten Versuch", sagt Initiator und Organisator Schober, "und dann sehen wir weiter." Für den Kurdirektor der Marktgemeinde, Klaus Ronge, steht aber jetzt schon fest: "Das wird eine ganz besondere Veranstaltung." Das könnte es auch für Schober werden, der selbstverständlich am Wettbewerb teilnimmt. Unter Druck setzen lassen möchte sich der Lokalmatador, der die Kunst vor 30 Jahren erlernte, aber nicht: "Leicht wird's bestimmt nicht", betont er. "Die Anderen können es ja auch."

Es kommt schließlich auf Kleinigkeiten an. Jeder einzelne Bart wird von einer fünfköpfigen Jury unter die Lupe genommen, gemessen und bewertet. Denn entscheidend für eine Medaille ist die Qualität der Haare, die Schönheit des hellen Reifens an der Spitze, die Dichte und die solide Arbeit des Binders. "Bis zu 100 Stunden Arbeit stecken in jedem Stück", erklärt Schober. "Da ist höchste Konzentration gefragt." Hoffentlich hat er in nächster Zeit die nötige Ruhe neben all der Vorbereitung.

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