Im Auftau-Raum: (v. re.) Kripo-Chef Bernhard Hoffmann sowie die Kriminalhauptkommissare Werner Burger und Hubert Deser werfen einen Blick auf die Säcke mit gefrorenen Boden-Brocken, in denen das Moos-Skelett steckt. Foto: Ströter

Moos-Skelett: Sterbliche Überreste von vermisster Seniorin?

Grafenaschau - Die Kripo hält es für möglich, dass das rätselhafte Skelett aus dem Murnauer Moos von Maria B. stammt. Die Seniorin wird seit Juli 2008 vermisst.

Maria B. ist wie vom Erdboden verschluckt. Die 76-Jährige startete am 10. Juli 2008 zu einer Radtour, von der sie nicht mehr zurückkehrte. Die Polizei nimmt an, dass sie in Richtung Eschenlohe aufgebrochen war. Bog die rüstige Seniorin dann ins Murnauer Moos ab? Stammen die Gebeine, die am Sonntag bei Schwaigen/Grafenaschau gefunden wurden, von ihr? „Es könnte theoretisch sein“, sagt Bernhard-Hoffmann, Chef der zuständigen Kripo Garmisch-Partenkirchen.

Ein Polizeihubschrauber flog die beiden Blöcke mit dem menschlichen Skelett, die Kräfte der Feuerwehr Murnau am Montag mit Motorsägen aus dem gefrorenen Moosboden geschnitten hatten (wir berichteten), gestern aus dem Gelände zum wartenden Klein-Lkw eines Bestattungsunternehmers. Dieser transportierte die rätselhafte Fracht zur Kripo nach Garmisch-Partenkirchen. Die Experten lassen die Brocken nun in einem beheizbaren Werkstattraum auf dem Polizeiareal auftauen.

Dann soll ein Bestatter die grob gesäuberten Gebeine nach München in die Rechtsmedizin bringen. Dort erwarten Fachleute das Moor-Skelett: Sie nehmen nach Angaben Hoffmanns DNA-Proben.

Weitere Mitarbeiter der Münchner Rechtsmedizin werden zudem das Skelett „begutachten“. Es geht darum, Hinweise auf die Todesursache zu finden. „Man sucht nach Auffälligkeiten, Anomalien“, sagt Hoffmann.

Die Existenz des rätselhaften Moos-Skeletts, das der Kripo Garmisch-Partenkirchen gestern jede Menge Medieninteresse beschert hat, kam nach Angaben Hoffmanns nur durch einen Zufall ans Tageslicht. Ein Wanderer hatte den oder die Tote am Sonntag entdeckt, nachdem er im Murnauer Moos vom Weg abgekommen und Tierspuren gefolgt war.

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